1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Osterburg

Zwischen Dorsch und Dieselpumpe

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Detlef Kränzel mit seinem Dorsch, den er aus einem norwegischen Fjord zog. © privat

Norwegen/Düsedau. Alle Jahre wieder – heißt es für Detlef Kränzel, seine Frau und Freunden, wenn es um den Angelurlaub in Norwegen geht. Gemeinsam brachen sie jüngst auf und kamen nicht mit leeren Händen zurück.

Osterburgs Kämmerer berichtete der AZ von den Erfolgen und kommt zu der Erkenntnis, „dass kein Jahr dem anderen gleicht“.

Gleich nach der Ankunft fuhren die Urlauber zum Angeln raus. Bereits beim Namen des Vermieters, Jostein Svendsbö, ist klar, in welchen Gefilden sich die Altmärker befanden. Mit einem 23-Fuß-Dieselboot wurden Wind und Wellen Paroli geboten. Gleich der erste Tag brachte bei herrlichem Sonnenschein eine Kiste voller Köhler (Seelachs). Der Erfolg blieb den Urlaubern treu. Weitere Fischarten wie Pollack, Schellfisch, Knurrhahn und Rotbarsch konnten gefangen werden.

An einen Tag erinnert sich Detlef Kränzel besonders: „Bei leichtem Wind aus Nord, bedecktem Himmel und fünf Grad Luft- sowie neun Grad Wassertemperatur ging es auf Angeltour. „Da alle Versuche mit Naturködermontagen von den Fischen bisher erfolgreich ignoriert wurden und beim Angeln mit Pilker und Vorfachmontagen die Köhler regelmäßig die Montagen attackierten, entschied ich, an diesem Tag mit einem 400 Gramm Bergmann-Pilker, bestückt mit Makrelenfetzen, zu angeln. Dies stellte sich als gute Entscheidung heraus“, erzählte Detlef Kränzel.

Gegen 12.30 Uhr kam es dann zu einem vermuteten Hänger, der sich aber schnell als Biss entpuppte, da Gegenwehr an der Angel zu spüren war. „So gingen wir zur Tagesordnung über, pumpen, kurbeln, pumpen, kurbeln, bis nach wenigen Minuten ein großer weißer Bauch aus 68 Metern Tiefe nach oben kam“, erinnert sich der Düsedauer und weiter: „Was sich dann an der Wasseroberfläche zeigte, war ein Dorsch, nein ein Großdorsch.“ Detlef Kränzel griff den Dorsch schließlich hinter dem Kiemendeckel, um ihn erfolgreich ins Boot zu ziehen. Das war der bisher größte Fang mit 1,23 Meter Länge und einem Gewicht von stolzen 33,54 Pfund. „Gefangen wurde er im Fördespollen am Bömla-fjord, den wir seit elf Jahren beangeln“, verriet Detlef Kränzel.

Da die Stelle sehr viel versprechend war, setzten die Altmärker dort erneut an. „Es dauerte nicht lange und wieder hatte ich Gegendruck auf der Angel, der aber mit dem vorherigen Biss nicht vergleichbar war“, berichtete der Düsedauer mit einem Schmunzeln. Denn an der Wasseroberfläche wurde eine Dieselpumpe sichtbar. „Meine erste“, wie der Altmärker betonte und weiter erklärte: „Zum Glück hatten wir unsere noch im Boot, so dass wir am Ende des Angeltages problemlos und erfolgreich den Heimathafen ansteuern konnten.“

Von Christian Ziems

Auch interessant

Kommentare