Alte Töpfe und viel Hundekot

Zwei Osterburger starten zum vierten Mal Müllsammelaktion

Die zahlreichen vollen Müllsäcke wurden nach der Sammelaktion vom Straßenrand zum Osterburger Abfallhof gebracht.
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Die zahlreichen vollen Müllsäcke wurden nach der Sammelaktion vom Straßenrand zum Osterburger Abfallhof gebracht.

Osterburg – Bereits zum vierten Mal in Folge haben die beiden Osterburger Fabian Rieger und Anette Bütow zu einer Müllsammelaktion rund um den Seggewiesenwall aufgerufen und stellten dabei fest: Die „Sammelleidenschaft“ der Biesestädter ist ungebremst.

Noch immer folgen Wagemutige ihrer Einladung, sich in den Dreckecken der Hansestadt nach dem Müll anderer Leute zu bücken.

Jede Menge Müll findet sich in Osterburg.

„Und dafür gebührt ihnen unser größter Respekt. Denn es ist alles andere als angenehm, Zigarettenkippen, Kronkorken oder Kaffeebecher vom Wegesrand aufzusammeln, während man stets Gefahr läuft, in den Kot zu treten. Oder noch schlimmer, zu fassen“, so Anette Bütow, die sich über die Massen an Hundehaufen sichtlich ärgerte. Auch die elf weiteren Teilnehmer der Aufräumaktion teilten diesen Eindruck: Während sich das Müllaufkommen dank regelmäßiger Sammelaktionen und verstärkter Beseitigung durch die Stadt verringert hätte, sei die Zahl der Hinterlassenschaften bellender Vierbeiner merklich gestiegen.

Anette Bütow sammelte fleißig den Unrat.

Und das sei „einfach widerlich“, wie Osterburgerin Bütow fortführt: „Wir haben vor allem dort gesammelt, wo man gern spazieren geht oder Kinder unbeschwert ‘im Grünen‘ spielen lassen möchte. Dass ich angesichts der vielen Scherben, Kippen und ‘Berge‘ eher davon abraten würde, stimmt mich nachdenklich.“ Denn was sei die Alternative für Kinder, die in der Stadt aufwachsen? Drinnen hocken und zocken? Oder sich auf zubetonierten Plätzen aufhalten? Welches Verhältnis zur Natur, welches Verständnis für die Notwendigkeit ihres Schutzes könne man da entwickeln? Fragen, die Anette Bütow durch den Kopf gehen, während sie ihren Eimer mit leeren Flaschen und vollen Windeln füllt.

Was die fleißigen Helferinnen und Helfer sonst noch auf ihrer Sammeltour entdeckten: Alte Töpfe, Metallschrott, volle Unterhosen, Plastikkappen von Silvesterraketen und Plastik-Konfetti vom Faschingsumzug, „das alsbald zu Mikroplastik zerfällt und unsere Teller erobert“, wie Biesestädter Fabian Rieger befürchtet, der unermüdlich die zahlreichen vollen Müllsäcke vom Straßenrand ins Fahrzeug lud und zum Osterburger Abfallhof brachte.  pm

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