Angebot in Osterburg zurzeit sehr knapp

Hoffen auf neue Frauenärztin

Paula Gitzel und Anna Dähnrich sind Stipendiatinnen der Hansestadt Osterburg
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Vor knapp zwei Jahren unterzeichneten Paula Gitzel (l.) und Anna Dähnrich im Beisein von Nico Schulz die Verträge, mit denen das von der Stadt Osterburg ins Leben gerufene Stipendium Gestalt angenommen hat
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Mit Dr. Barbara Zirkenbach gibt es in der gesamten Einheitsgemeinde Osterburg nur noch eine Frauenärztin, die Sprechstunden während der gesamten Woche hat. Im Fall der sich inzwischen im Ruhestand befindlichen Dr. Ilsabe Mewes wurde seit Januar eine Zwischenlösung gefunden (die AZ berichtete). In Zusammenarbeit mit dem Johanniter-MVZ in Stendal ist Gynäkologe Dr. Bernardo Hendrichs dienstags in der Praxis in der Breiten Straße anzufinden. Die AZ hat bei Bürgermeister Nico Schulz (FW) angefragt, ob das knappe Angebot an Frauenärzten in naher Zukunft wieder größer wird.

Osterburg – „Nach meiner Kenntnis wird eine junge Frau, die im kommenden Jahr ihr Studium abschließt, die Praxis von Frau Dr. Mewes übernehmen“, allerdings schränkt er ein, dass es hier noch keine fixe Zusage gebe. Schulz ist froh, dass in Zusammenarbeit mit den Johannitern eine vorübergehende Lösung gefunden wurde. „Für existierende Praxen gibt es Bestandsschutz.“ Dies sei vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass der Bedarf an Fachärzten nicht pro Stadt ermittelt werde, sondern immer für den gesamten Landkreis. „Wenn dann zum Beispiel in Osterburg eine Ärztin aufhört und sich ein Facharzt derselben Richtung in Stendal ansiedelt, dann bekäme ein neuer Arzt in Osterburg keine Zulassung, weil der Bedarf als gedeckt gilt“, umschreibt das Stadtoberhaupt die Problematik. „Das ist in Bezug auf viele Fachärzte so, dass die sich bevorzugt in Stendal ansiedeln und der Bedarf als gedeckt angesehen wird, aber die Versorgung in anderen Städten bei uns in der Region nicht gut ist.“

Bei Allgemeinmedizinern dagegen gebe es eine andere Einteilung. „Hier ist Osterburg in einem Gebiet mit Seehausen zusammengefasst. Das ist für uns gut.“ Ähnliche Probleme wie bei den Fachärzten habe die Stadt Arneburg, da Arneburg und die Stadt Stendal als ein Gebiet erfasst würden und sich auch die Allgemeinmediziner vorwiegend in Stendal ansiedeln würden.

Schon vor mehreren Jahren hat sich die Hansestadt Osterburg dazu entschieden, Stipendien für Medizinstudenten zu vergeben, die sich bereit erklären, nach ihrer Ausbildung in Osterburg zu praktizieren. Bisher wurden drei vergeben, mehr sollen es laut Schulz auch nicht werden: „Es ist ja nun nicht so, dass jedes Jahr ein Arzt aufhört.“

Was die gezielte Anwerbung von Fachärzten angeht, sind der Stadt die Hände gebunden, denn über die Neuzulassung von Ärzten entscheidet die Kassenärztliche Vereinigung.

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