Leiterin appelliert an Halter

Zufluchtsort für Vierbeiner in Osterburg: Katzenhaus versorgt derzeit knapp 50 Tiere

Sibylle Wellner leitet das Katzenhaus in der Biesestadt. Es besteht seit mehr als 30 Jahren und bietet Platz für bis zu 80 Vierpföter. Andere Tiere werden in der Einrichtung nicht versorgt. Fotos:;Henke
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Sibylle Wellner leitet das Katzenhaus in der Biesestadt. Es besteht seit mehr als 30 Jahren und bietet Platz für bis zu 80 Vierpföter. Andere Tiere werden in der Einrichtung nicht versorgt.

Osterburg – Schon seit 1992 gibt es das Katzenhaus in Osterburg. Es handelt sich dabei um eine öffentlich finanzierte Einrichtung. Leiterin Sibylle Wellner und ihr Team kümmern sich derzeit um 47 Tiere. Maximal hätten in dem Heim 80 Vierpföter Platz.

Die Katzen können sich innerhalb eines eingezäunten Bereichs frei bewegen.

Aufgrund des Corona-Virus sind die Räumlichkeiten des Heimes derzeit für Besucher geschlossen. Die Katzen können sich innerhalb eines eingezäunten Bereichs frei bewegen. Es gibt einen eingezäunten Außenbereich und außerdem das Haus selbst, in dem die Tiere viel Platz haben. „Was mir besonders am Herzen liegt, ist das Thema Kastration. Katzen können bis zu dreimal im Jahr Junge bekommen“, sagt Einrichtungsleiterin Wellner. Wer in dieser Frage Hilfe benötige, könne sich an sie wenden. In der Einrichtung werden ausschließlich Katzen betreut. Andere Tiere würden bei Bedarf an andere Tierheime abgegeben.

Neben den 47 ständig dort lebenden Katzen bekommt das Haus regelmäßig tierischen Besuch aus der Nachbarschaft. Sogenannte Freigänger aus der nahegelegenen Kleingartensiedlung suchen das Katzenhaus regelmäßig auf und werden dort mit Futter versorgt. „Wie viele es genau sind, wissen wir nicht.“ Diese Katzen könne man nicht aufnehmen und einsperren. „Das wäre Tierquälerei.“

Die meisten Vierbeiner nimmt das Haus von Ende August bis Anfang September auf. „Warum es dann am meisten sind, kann ich mir auch nicht erklären.“ Nachgefragt bei Katzenfreunden seien besonders Babykatzen. Diese würden regelmäßig neue Besitzer finden. Wellner geht davon aus, dass die meisten Katzen, die derzeit in der Einrichtung gepflegt werden, ausgesetzt worden sind.

Eine besondere Aktion gibt es seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit, wenn gewichtelt wird. „Wer möchte, kann sich dann im Internet gezielt eine Katze aussuchen, für die er etwas spendet, wie Spielsachen oder auch Futter. Wir fotografieren das dann und stellen es online, damit jeder weiß, dass seine Spende bei der Katze ankommt, die er ausgesucht hat.

In dem Haus sind Katzen aus vielen Städten im Landkreis untergebracht. Seit 2015 zählt die Verbandsgemeinde Seehausen, in der es ein großes Problem mit streunenden Katzen gibt (AZ berichtete), nicht mehr dazu. Sie hat sich aus der Finanzierung, die über eine Pauschale pro Einwohner geregelt wird, zurückgezogen. „Seitdem dürfen wir keine Katzen aus Seehausen mehr aufnehmen“, berichtet Wellner von enttäuschten Anrufern aus Seehausen, mit denen sie immer wieder zu tun habe. Der Bestand sei daher seit 2015 deutlich zurückgegangen.

VON TOBIAS HENKE

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