Wehren müssen mit weniger Personal auskommen / Nachwuchs fördern

Ziel: Fit für die Zukunft

Marko Röhl und Matthias Schümke (mit Urkunden) wurden mit der Feuerwehrspange geehrt Stadtwehrleiter Sven Engel (v.r.), Ordnungsamtsleiter Matthias Frank, Kreisbrandmeister Dieter Bolle und Brandabschnittsleiter Dr. Ringhard Friedrich gratulierten. Foto: privat

Osterburg. „Ich stelle fest, dass die uns gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen und Einsatzstärken nicht bei allen Einsätzen eingehalten wurden“, unterstrich Stadtwehrleiter Sven Engel jüngst während der Jahresabschlussvesammlung der Einheitsgemeinde.

Dabei wurde weit zurück geblickt. So gab es in den vergangenen 14 Jahren insgesamt 1064 Einsätze. Dabei rückte Osterburg 846-mal aus und leistete damit den größten Anteil der 24 Feuerwehren in der Einheitsgemeinde. „Im Durchschnitt sind etwa 97 Einsätze pro Jahr abzuarbeiten“, machte Wehrchef Sven Engel deutlich.

Insgesamt 513 aktive Kameraden sind derzeit in den Listen aufgeführt. Dies ist bei einer Einwohnerzahl von 10 924 Menschen gering. Hinzu kommt, dass nicht jeder Kamerad rund um die Uhr zur Verfügung steht. Von 24 Wehren sind mit Osterburg, Meseberg und Flessau nur drei ständig einsatzbereit. Problematisch ist es besonders tagsüber, da etliche Ehrenamtliche dann arbeiten sind. „Die Absicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren ist und bleibt die Hauptaufgabe“, erklärte Sven Engel. Durch die demografische Entwicklung fehlt es auch an jungen Kräften und somit an Atemschutzgeräteträgern. „Deshalb ist auch in Zukunft eine intensive Nachwuchsarbeit notwendig“, forderte Sven Engel alle Ortswehren auf, für die Mitgliedschaft in den Feuerwehren zu werben. Er dankte in diesem Zusammenhang auch den Jugendwarten der Kinder- und Jugendwehren, Peter Ladebeck sowie Thomas Pefestorff.

Trotz aller Schwierigkeiten ist auf die Ehrenamtlichen im Ernstfall Verlass. So wurde während der Versammlung an große Einsätze wie den Scheunenbrand in Schliecksdorf (16. August 2010) erinnert. Bei dieser ersten großen Herausforderung nach der Gründung der Einheitsgemeinde bewiesen die einzelnen Wehren ihren Teamgeist. Um diesen weiter zu stärken, ist auch eine gemeinsam Ausbildung wichtig. Auch deshalb, weil damit das Risiko von Unfällen minimiert wird. Sven Engel dankte zum Schluss seiner Ausführungen den Familienangehörigen der Kameraden für ihr Verständnis sowie der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit. Die Veranstaltung wurde auch genutzt, um Ortswehrleiter zu berufen. Dies sind im einzelnen: Armin Mittag (Rengerslage), Werner Hintze (Zedau), Wilhelm Krüger (Natterheide) und Wolfgang Vinzelberg (Schmersau). Folgende Kameraden sollen nach Absolvierung der notwendigen Qualifkationen ebenfalls berufen werden: Matthias Schümke (Ortswehrleiter Wollenrade), Tobias Klaar (stellvertretender Ortswehrleiter Wollenrade) und Martin Jung (Ortswehrleiter Polkern).

Von Christian Ziems

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