Zentral oder dezentral: Demografischer Wandel im Kanalnetz

Ausschluss vom Abwasser

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Eine Kläranlage wie diese gibt es auch in der Biesestadt. Durch den Anschluss der Osterburger Ortsteile ist sie bis zu 66 Prozent ausgelastet. Die restlichen Kapazitäten werden für die Ausfuhr der Klärgruben in der Einheitsgemeinde benötigt.

Osterburg. Der Wasserverband Stendal-Osterburg (WVSO) hat festgelegt, welche Straßenzüge und Grundstücke in der Einheitsgemeinde zukünftig dezentral entsorgt werden.

Für alle Grundstücke, die von der zentralen Erschließung ausgeschlossen sind, besteht laut Abwasserbeseitigungskonzept die Pflicht, zum Neubau einer biologischen Kleinkläranlage auf dem eigenen Grundstück. Diese muss dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Bei geringen Wasserverbräuchen und geringer Einwohnerzahl sind auch abflusslose Sammelgruben zulässig, informierte WVSO-Mitarbeiterin Petra Tesching, Geschäftsbereich Abwasser, während der gemeinsamen Sitzung des Wirtschaftsförderungs- und des Bauausschusses. „Hierbei ist zu beachten, dass die Fäkalschlammausfuhr gesetzlich immer dem Abwasserbeseitigungspflichtigen obliegt und der Grundstückseigentümer hiervon nicht befreit werden kann“, erklärte Tesching vor dem Gremium. Gleiches gelte für die Sammelgrubenausfuhr.

Mit der EU-Wasserrichtlinie ist zu beachten, dass die zentrale Erschließung im Großen und Ganzen bis Ende kommenden Jahres erfolgt sein muss. Ansonsten sind die Grundstücke in die Ausschlusssatzung aufzunehmen und vom zentralen Anschluss freizustellen. Von der zuständigen Wasserbehörde des Landkreises wurde dem Verband der Termin bis Ende 2016 vorgegeben. Zentrale Anschlüsse, die danach geschaffen werden sollen, mussten unter anderem mit Straßenbaumaßnahmen und Regenwassererschließung begründet werden.

Begründet mit dem demografischen Wandel behält sich der Wasserverband allerdings vor, zu späteren Zeitpunkten aktuell ausgeschlossene Grundstücke dann doch noch an das zentrale Abwassernetz anzuschließen. Die Kleinkläranlage wäre dann hinfällig. Betroffen sich unter anderem Straßenzüge in Flessau, Walsleben und Düsedau. Auch in der Biesestadt müssen Eigentümer in die Tasche greifen. Die Unterlagen können in der Verwaltung oder direkt bei Wasserverband bis 30. Januar eingesehen werden.

Von Berit Wagner

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