Klopfgeräusche sind derzeit verstummt / Fast alle Mieter klagen über Anrufe ohne Meldung

„Wollen wissen, wo es herkommt“

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Das Klopfen in der Osterburger Karl-Marx-Straße hat derzeit ein Ende genommen. Seit Mitte des Monats herrscht dort Ruhe. Mieter und Vermieter hoffen, dass sich die Situation beruhigt. Mit ständigen Anrufen ohne Meldung haben fast alle Mietparteien zu tun.

Osterburg. Es klopft nicht mehr in der Osterburger Karl-Marx-Straße 35. Doch Bettina K. (Name von der Redaktion geändert) glaubt noch nicht an die Ruhe, die nun zumindest halbwegs eingekehrt ist.

Über Wochen waren in dem Haus immer wieder lautstarke Klopfgeräusche zu hören, ihre Mutter, die dort zur Miete wohnt, bekommt zudem immer wieder Anrufe, ohne dass sich jemand am andere Ende der Leitung meldet (die AZ berichtete).

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Dabei rückt Bettina K. nicht von ihrem Standpunkt ab: „Ich bin überzeugt, dass das von Menschenhand gemacht wird.“ Im AZ-Gespräch berichtet sie, dass bereits vor drei Jahren ähnliche Vorkommnisse dort herrschten. Damals gab der Sohn einer Nachbarin laut Bettina K. zu, dass er es war und er entschuldigte sich auch. Aus diesem Grund rückt für die besorgte Tochter auch dieses Mal der junge Mann in den Fokus. Von diesem Standpunkt lässt sie sich auch nicht abbringen. Rüdiger Mallohn, Geschäftsführer der Osterburger Wohnungsgesellschaft, schätzt die Situation allerdings völlig anders ein und sieht das Problem eher technischen Ursprungs. Zur Situation vor drei Jahren sagt er: „Das war uns nicht bekannt, davon hören wir zum ersten Mal.“

Seitdem das Klopfen und Hämmern zu hören ist und sich die Mieter an Mallohn gewandt hatten, gingen Statiker und andere Fachleute in dem Haus ein und aus, jedoch ohne wirkliche Ergebnisse. Selbst ein Sachverständiger für technische Akustik und Schallschutz, der am 11. Februar seine Arbeit aufnahm, konnte nichts Konkretes finden. Versorgungsleitungen und Heizungsanlage wurden ein weiteres Mal nach dem Ausschlussprinzip überprüft. Die Mieter wurden befragt, Wohnungen in Augenschein genommen. Auch das Dach wurde untersucht. Und genau dort könnte der Haken liegen. Beim Rückbau des Gebäudes vor fünf Jahren wurde ein neuer Ringanker um das gesamte Dach gelegt, befestigt mit mehreren Bolzen. „Es besteht die Möglichkeit, dass dort Kräfte wirken, die die Geräusche verursachen“, erklärt Geschäftsführer Rüdiger Mallohn.

Sollte das Klopfen wieder anfangen, bittet Mallohn darum, dass sich die Mieter melden und auch wieder den Lärm protokollieren. Bettina K. fordert indes, dass sich die Gesellschaft an eventuellen Umzugskosten ihrer Mutter beteiligt. Von Mallohn gibt es dazu ein klares: „Nein.“ Nun bleibt abzuwarten, ob der Lärm wieder einsetzt. Sollte dies der Fall sein, wird sich der Vermieter in einer mittlerweile wegen des Lärms freigezogenen Wohnung einquartieren, um vor Ort zu sein und vielleicht etwas auszurichten.

Von Berit Wagner

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