Lebenshilfe investiert eine Million Euro in Mitarbeiter-Quartiere / Haus Anfang 2015 bezugsfertig

„Wird sich gut ins Umfeld einfügen“

+
Wo momentan noch ziemliche Tristesse herrscht und allenfalls Unkraut und Laub den Boden bedecken, soll ab dem Frühjahr gebaut werden. Die Lebenshilfe lässt an der Bergstraße in Nachbarschaft zur Bibliothek ein zweigeschossiges Gebäude errichten.

Osterburg. „In diesem Jahr wird dort noch kein Stein bewegt. “ Die Osterburger Lebenshilfe will an der biesestädtischen Bergstraße acht Wohnungen für Menschen mit Behinderungen errichten lassen.

Die nötigen Unterlagen liegen beim zuständigen Bauordnungsamt, grünes Licht gibt es noch nicht. Auch der Denkmalschutz hat ein Wort mitzureden. Sind alle Hürden genommen, soll das Gebäude ab dem Frühjahr errichtet werden. Regina Bahlke, Geschäftsführerin der Lebenshilfe, wünscht sich, dass die Bewohner möglichst schon 2014 in das neue Domizil einziehen können. Doch wahrscheinlicher sei, dass dies erst Anfang 2015 geschieht. Ob der Zeitplan gehalten werden kann, hänge auch von Archäologen, die derart tief greifende Arbeiten in der Regel begleiten, und möglichen Funden ab. Die Bergstraße befindet sich im alten, historischen Teil der Biesestadt.

Die Kommune ist über das Lebenshilfe-Vorhaben bereits informiert. Das Gebäude soll eine moderne Fassade erhalten und kein Fachwerk (die AZ berichtete). „Das Haus wird sich dennoch gut ins Umfeld einfügen“, ist Bahlke überzeugt. Ursprünglich war kein Neubau geplant. Als Familie Raden der gemeinnützigen Gesellschaft das Grundstück vor annähernd zwei Jahren überlassen hatte, sollten die dort stehenden Fachwerk-Quartiere erhalten bleiben und saniert werden. Doch die Bausubstanz war nach der Meinung von Gutachtern viel zu marode, um noch gerettet werden zu können. Zudem bestand die Gefahr, dass Teile herabstürzen könnten. Der Abriss des Hauses erfolgte schließlich im Herbst vergangenen Jahres binnen weniger Tage.

Die Lebenshilfe investiert annähernd eine Million Euro. Das Land und die Aktion Mensch fördern das Projekt erheblich. „Ohne diese Unterstützung könnten wir die Kosten nicht bewältigen“, betont Bahlke. Wer genau in das zweigeschossige Haus einziehen und eine der acht Wohneinheiten nutzen wird, ist noch offen. In den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten derzeit gut 200 Leute, darunter vor allem geistig Behinderte, aber auch zunehmend Menschen mit seelischem Handicap. Aus dem Kreis der Beschäftigten werden die Bewohner kommen. Sie werden im Neubau auf dem einstigen Bürgermeister-Grundstück ambulant betreut. „Für uns ist dieser Standort auch deshalb wichtig, weil er sich im Stadtkern befindet. Die zukünftigen Bewohner des Hauses gelangen so schnell ins Zentrum, in Geschäfte und Einrichtungen. Sie können einfach verstärkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare