Jackendiebstahl: Letzter öffentlicher Termin mit wenig Resonanz

„Wir haben alles versucht“

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Herbert Guha gestern bei den übrig gebliebenen Jacken. Diese werden nun verpackt und aufbewahrt, bis Staatsanwaltschaft sowie Gericht entschieden haben, was damit passieren soll.

Osterburg. Ein weiteres Kapitel der „Osterburger Jackengeschichte“ wurde gestern beendet. Der letzte öffentliche Termin, bei dem Betroffene ihr Eigentum wieder bekommen konnten, stieß allerdings auf wenig Resonanz. Nur ein Mann hatte sich angemeldet.

Hintergrund: Die Polizei konnte am 3. Oktober 2011 bei einem Osterburger Beschuldigten rund 200 Jacken für Kinder und Jugendliche sicherstellen. Der Mann war zuvor in Groß Garz aufgefallen, als er die dortige Grundschule betreten wollte. Bei den Ermittlungen kam heraus, dass der Osterburger über mehrere Jahre Jacken von Fluren aus Kindertagesstätten sowie Schulen gestohlen hatte. Um den Fall komplett aufzuklären, wurden die Besitzer der Kleidungsstücke gesucht. Dazu gab es mehrere Aufrufe in den Medien. Außerdem steht die Polizei mit betroffenen Kindereinrichtungen in Kontakt. Allerdings konnte der Beschuldigte nicht mehr genau sagen, in welchen Orten er auf Beutezug war. Somit ist es im Bereich des Möglichen, dass auch Jacken aus angrenzenden Kreisen und Bundesländern gestohlen wurden.

„Wir haben alles versucht und die Möglichkeiten ausgeschöpft“, informierte Herbert Guha gestern beim letzten öffentlichen Termin. Die Anstrengungen waren aber nicht ganz umsonst. So erinnerte der Leiter des Revierkommissariates im Gespräch mit der Altmark-Zeitung an die vergangenen Aufrufe. Rund 100 Betroffene hatten sich gemeldet, etwa die Hälfte der Jacken konnten an die rechtmäßigen Besitzer zurück gegeben werden. Dazu wurden sie zunächst im Polizeirevier nach genauen Merkmalen befragt, bevor es in den Raum mit den Kleidungsstücken ging. Somit konnte sichergestellt werden, dass es sich um die tatsächlichen Eigentümer handelt.

Die übrig gebliebenen Jacken werden nun verpackt und zunächst im Revier gelagert. Allerdings nur so lange, bis Staatsanwaltschaft und Gericht entschieden haben, was damit konkret passieren soll. Möglich ist, dass eine gemeinnützige Institution davon profitiert. Aber auch der Beschuldigte könnte einige Jacken zurückbekommen. Da nicht alle Betroffenen bekannt sind ist das Beweisen von jedem einzelnen Diebstahl schwierig. Der Osterbuger muss in nächster Zeit bei einer Verhandlung Verantwortung übernehmen.

Auf die Frage, warum sich nicht alle Jackenbesitzer gemeldet haben, gibt es mehrere Antworten. So könnten einige weggezogen sein. Da einige Diebstähle bereits 2005 begangen wurden, ist es aber auch denkbar das Kinder und Jugendliche herausgewachsen sind und der Verlust abgehakt wurde.

Von Christian Ziems

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