Wiedersehen nach 50 Jahren

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit war es endlich soweit. Das erste Klassentreffen nach 50 Jahren - große Wiedersehensfreude bei allen Ehemaligen. Fotos (2): Ahrends

Osterburg - Von Danuta Ahrends. Eine ganze Stunde hat es gedauert, bis sich die 22 ehemaligen Schülerinnen und Schüler, die vor 50 Jahren die Osterburger Mittelschule II (heutige Anne-Frank-Schule) verlassen haben, begrüßt beziehungsweise neu kennen gelernt hatten. Denn es war ihr erstes Klassentreffen nach so langer Zeit.

Der Einzige, der keine Probleme mit dem Wiedererkennen hatte, war der ehemalige Klassenlehrer Reinhold Tauth. Wie es sich für einen Lehrer gehört, hatte er sich auch auf diesen „Unterricht“ bestens vorbereitet, alte Fotos studiert und er konnte die jugendlichen Gesichter den junggebliebenen Gesichtern gut zuordnen. Und während er aus dem Ostseebad Nienhagen angereist war, kamen die „Schüler“ aus Oranienburg, Gotha, Leipzig, Cottbus und Bayern. Nur einige wenige sind der Altmark treu geblieben. So war ein Stadtrundgang mit exklusiver Stadtführung durch Dagmar Brazda selbstverständlich. Einhelliges Staunen über die Veränderung der Biesestadt, die keiner der Weggezogenen wiedererkannt hätte. Helmar Jahnke, Schulleiter der Anne-Frank-Schule, öffnete die Türen, und auch dort konnten die Erinnerungen geweckt werden. Fast jeder wusste, wo er damals saß und: „Die Lehrer hatten es gut mit uns. Wir waren diszipliniert“, so die einstimmige Meinung mit dem augenzwinkernden Zusatz, „bis auf ein paar kleine Streiche“. 1958 kamen die damaligen Schüler aus den umliegenden Ortschaften und aus Osterburg in die Mittelschule II, um die neunte und zehnte Klasse miteinander zu verbringen. Das war für die Schule eine Premiere, denn bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bis zur achten Klasse beschult. 1960 sagten sie sich „Lebewohl“ und die meisten von ihnen haben sich in der ganzen Zeit nicht gesehen. Nach einer Kremserfahrt mit Wanderung durch den Krumker Park ging es in die Altmärkische Kaffeestube. Es wurden Fotos angeschaut, Anekdoten erzählt – ganz nach „Weißt du noch?“-Art wurde die Vergangenheit in die Gegenwart geholt. Zwei Jahre hat die Vorbereitungszeit gedauert. Die Idee hatte Elke Trittel, die dann gemeinsam mit Vera Driesner den Grundstein für das Treffen legte. Alle ehemaligen Schüler wiederzufinden, war eine zeitintensive und spannende Sache zugleich, bestätigte Elke Trittel. Von den insgesamt 35 Schülern konnten 22 teilnehmen. Und auch an diejenigen, die nicht mehr leben, wurde mit netten Worten erinnert. Dieses Mal soll es übrigens mit dem Wiedersehen nicht mehr so lange dauern – das nächste Treffen ist für 2012 geplant.

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