Plattdeutsches Dorftheater dürfte auf Zuschüsse von Landkreis und Einheitsgemeinde hoffen

„Wenn in finanzieller Schieflage“

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Genauso wie das Dorftheater Gladigau hat sich das Ohnsorg-Theater Hamburg der niederdeutschen Sprache verschrieben. Mit der hanseatischen Spielstätte ist der Name Heidi Kabel wohl für ewig verbunden. Die Volksschauspielerin ist 2010 gestorben. 

Gladigau. Landkreis und Einheitsgemeinde Osterburg sollten dem Dorftheater Gladigau schon aus ureigenem Interesse immer einen vollen Saal wünschen.

„Wenn unser Theater einmal in finanzielle Schieflage geraten sollte, könnten wir an die Verwaltungen herantreten und Unterstützung erwarten“, sagt Norbert Lazay, Sprecher der Laienschauspielgruppe. Das Niederdeutsche und niederdeutsche Theater genießen demnach einen gesetzlichen Schutz, Kommunen dürfen klamme Volkstheater nicht einfach im Regen stehen lassen. Doch der Pfarrer will den Kämmerern keine Angst machen: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass sich unser Theater selbst finanziert. “.

Volkstheater, die sich der plattdeutschen Mundart verschrieben haben, gibt es einige. Das Ohnsorg-Theater in Hamburg dürfte das prominenteste sein. Lazay kennt und schätzt die Spielstätte. Wie die Hanseaten haben sich die Altmärker auf die Fahne geschrieben, die Anerkennung und das Wissen über die niederdeutsche Sprache durch das Aufführen von Theaterstücken zu fördern. Natürlich passiert das in der Osterburger Ortschaft alles eine deutliche Nummer kleiner. Doch immerhin, der Jahresetat des Dorftheaters bewegt sich laut Lazay mindestens im unteren fünfstelligen Bereich.

Der Verein mit aktuell 51 Mitgliedern sei gefestigter denn je, 43 Sponsoren geben zusätzliche Sicherheit. „Wir schreiben schwarze Zahlen.“ Der Verein gehört zum Altmärkischen Heimatbund, dessen Vorsitzender Lazay ist. Dadurch ließen sich gewisse organisatorische Fragen bündeln, was nicht zuletzt allen Zeit und Kraft spare. „Heute und morgen brauchen wir uns keine Sorgen machen, das läuft“, meint der Pfarrer auf Nachfrage der AZ. Wie es irgendwann unter anderen persönlichen und personellen Konstellationen aussehen wird, scheint noch Zukunftsmusik.

Das Dorftheater startet in seine 15. Spielzeit (die AZ berichtete). Die Aufführungen finden im März statt. In den Saal des „Dörpschen Kruges“ passen 90 Besucher. Die Karten sind heiß begehrt. Die Tickets für alle 18 Vorstellungen der neuen Saison werden dort am 28. Januar ab 7 Uhr unters Volk gebracht. Seit 2003 haben 19 170 Menschen die Auftritte besucht.

Von Marco Hertzfeld

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