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Frank Hoche und Dagmar Martins verkauften Osterburger Osterwasser und Orgelwein aus Diesdorf zugunsten der Rekonstruktion der Buchholzorgel in St. Nicolai.

Osterburg. Stundenlang waren die Besucher des Osterburger Ostermarktes im Kreismuseum im Haus treppauf, treppab in allen verfügbaren Räumen unterwegs, sahen, kauften, holten sich Ratschläge für eigene Kreationen, fachsimpelten.

Bereits in den ersten eineinhalb Stunden nach der Eröffnung wurden rund 350 Besucher gezählt. Auskünfte über Osterburger Osterwasser und Orgelwein, den sie zugunsten der Rekonstruktion der Buchholz-Orgel in der Nicolaikirche auch verkauften, sowie das Eierfärben nach einem historischen Rezept von 1895 erteilten der Chef des Hauses Frank Hoche und seine Mitarbeiterin Dagmar Martins. Diese Getränke gab es auch ein Stockwerk höher an einem Stand des Orgel-Fördervereins.

Mit einer vielfältigen Palette von Erzeugnissen war das Kunsthandwerk vertreten. Ausgeblasene Hühner- und Gänseeier mit Pflanzenbatik, zum Beispiel, hatte Petra Lehr aus Salzwedel mitgebracht; Hoche hatte sie als „ein Urgestein des Ostermarktes“ bezeichnet. Mit Glasarbeiten, künstlerisch bearbeiteten Edelsteinen in verschiedenen Formen, als Engel sowie zu Gefäßen, Anhängern und Armbändern künstlerisch verarbeitet, Himalaya-Erde, Salze, Öle Heilkreide und andere Produkte warben Veronika und Sarina Krätzig aus Semlin in der Prignitz um Käufer. Sie waren wie Diana Sippert aus Arneburg keine Neulinge auf dem hiesigen Ostermarkt. Die Elbestädterin hatte neben Badepralinen und Seifen vor allem Wolle dabei. Die Wolle stamme von ihren eigenen Schafen, sagte sie. „Zum Färben verwende ich ausschließlich Kräuter aus meinem Garten; auf chemische Behandlung wird vollkommen verzichtet.“ Mit ihrem Spinnrad zeigte sie, wie Wolle gesponnen wird. Ihre Ostermarkt-Premiere hatte Annegret Schultz aus Lüchow, die mit vielen bunten Patchwork-Arbeiten vertreten war. An mehreren Ständen gab es Keramik zu kaufen, man konnte sich auch an der Herstellung von Kerzen probieren oder fertige, kunstvoll geformte kaufen. Wer auf hausgemachte Konfitüren Wert legt, kam auch auf seine Kosten.

Kunsthandwerkerin Irene Mertens aus Osterburg, die 1991 den Ostermarkt ins Leben gerufen hatte, und Renate Werner zeigten Kindern das Filzen. Bei Gerd Bunzthal konnten die kleinen Besucher sich beim Drucken, Herstellen von Schabarbeiten und Malen versuchen. Der Magdeburger Maler und Grafiker war bereits im Museum gemeinsam mit Irene Mertens als Aussteller in Erscheinung getreten. Aus Halle war der Gaukler Fabulan Lütty angereist; er stieß vor allem bei Kindern auf das Interesse für seine Jonglierkunst. Natürlich durften auch die sich darin versuchen.

Wer auf das angekündigte Konzert der Osterburger Blasmuikanten gehofft hatte, war vielleicht ein wenig enttäuscht. Die Musiker waren zwar vollzählig erschienen, doch mussten sie das Blasen abblasen. Das Wetter war Schuld. Außerdem war der am Gründonnerstag aufgebaute Pavillon, in dem sie spielen sollten, am Karfreitag zusammengebrochen. Museumschef Frank Hoche dankte den Musikern für ihr Kommen und hatte die Besucher um Verständnis gebeten. So beschränkte sich die musikalische Unterhaltung auf Dudelsackklänge, die zuweilen der Fischverkäufer aus seinem Instrument hervorlockte.

Von Frank Schmarsow

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