Bis Jahresanfang werden in Sachsen-Anhalt keine Asylbewerber in die Landkreise verteilt

„Weihnachtspause“ von der Flüchtlingskrise

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Die Zahl der Asylbewerber sinkt momentan, so Ministerpräsident Reiner Haseloff (r.), der gestern mit Finanzminister Jens Bullerjahn über das Thema informierte.

ct Magdeburg. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat eine Weihnachtspause von der Flüchtlingskrise ausgerufen. Ab sofort werden keine Erstantragsteller mehr auf die Landkreise verteilt, verkündete er gestern.

Damit sollen die Verwaltungen entlastet werden und die ehrenamtlichen Helfer eine Verschnaufpause erhalten. Die Regelung gilt bis in die zweite Januarwoche.

Durchatmen: Nach dem großen Asylbewerberansturm haben die Erstaufnahmeeinrichtungen wie hier in Klietz wieder freie Kapazitäten.

Bis dahin bleiben neu ankommende Asylbewerber in den Erstaufnahmeeinrichtungen, wie der in Klietz (Landkreis Stendal). Ausreichend Kapazitäten seien insbesondere in den Außenstellen, zum Beispiel in Jugendherbergen, vorhanden. Der Flüchtlingsstrom habe in den vergangenen Wochen zwar nachgelassen. Dennoch steige die absolute Zahl der Asylbewerber im Land weiter. „Wir befinden uns noch immer im Notmodus“, so Haseloff. Die größte Herausforderung, die Integration, stehe noch bevor.

Bei weitem nicht alle Asylbewerber wollen in Sachsen-Anhalt bleiben. Besonders ländliche Regionen, wie die Altmark, seien für sie nicht attraktiv. Nach der Ersterfassung könne niemandem der Wohnsitz vorgeschrieben werden, stellte der Ministerpräsident klar. Und es sei verständlich, dass es viele in die Ballungszentren, zum Beispiel zu dort bereits lebenden Familienangehörigen, ziehe.

Trotz der momentanen Entspannung der Lage geht die Landesregierung weiter davon aus, dass die neben der bestehenden Zentralen Anlaufstelle in Halberstadt geplanten neuen Erstaufnahmeeinrichtungen in Halle, Magdeburg und Stendal gebraucht werden. Besonders Letztere habe eine besondere Bedeutung, weil die Liegenschaft dem Bund gehöre, der diese dem Land kostenfrei zur Verfügung stellt. „Wenn wir das nicht nutzen, sind wir selber Schuld“, sagte Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD).

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