Osterburgs Feuerwehrleute beweisen im Übungscontainer starke Nerven

Von wegen nur Training: Abstieg in die Höllenhitze

Das Feuer lodert neu auf, Wasser perlt von der Scheibe. Vom Kontrollraum aus lässt sich alles gut verfolgen und bewerten. Der Container auf Rädern ist mit einer Zugmaschine vor das Gerätehaus gebracht worden. Das Training stellt bereits eine feste Größe im jährlichen Übungskalender dar. Foto: Hertzfeld

Osterburg. Immer wieder schlagen die Flammen hoch. Das Feuer peitscht regelrecht durch den Raum. Bevor die beiden Osterburger Kameraden die Treppe hinabsteigen, schießen sie noch eine ordentliche Salve Wasser durch den Schlauch hinunter.

Von irgendwo her ist leises Gewimmer zu hören, ein Mensch wird vermisst. Plötzlich ist es stockdunkel. Beißender, dicker Qualm erobert das Terrain. Das Feuer hat sich in die Ecke verzogen, schöpft Kraft und lauert. Als die Floriansjünger sich mit Atemschutz weiter vorkämpfen, lässt ein Knopfdruck im Kontrollraum die Flammen neu angreifen. An diesem Sonnabend werden am Ende insgesamt etwa 50 Brandbekämpfer aus der Einheitsgemeinde Osterburg von oben in den Übungs-container gestiegen sein.

„Es ist spektakulär, aber es ist kein Kinderspiel. Wir bereiten uns hier konzentriert auf den Ernstfall vor. Die Übung verlangt sehr viel von den Kameraden, sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht“, sagt Gemeindewehrleiter Sven Engel der AZ. Verschiedene Szenarien können simuliert werden, Feuer im Keller, in einem Büro oder in einer Wohnung. Flammenhöhe, Temperaturen und Schwierigkeitsgrad lassen sich mithilfe eines Computers vorher einstellen. Geht ein Trupp nur unzureichend vor, steigen die Temperaturen im Metallcontainer schnell einmal über 600 Grad Celsius. Der Teilnehmer soll nicht zuletzt das Löschwasser gezielt einzusetzen lernen. „In der Praxis können die Sachschäden dadurch erheblich gemindert werden.“

Bis zu 15 Minuten übt jeder Brandbekämpfer im Container, der in etwa die Ausmaße eines größeren Lkw hat. Engel zeigt sich zuversichtlich, dass dieses Training die Truppen aus der Kernstadt und den kleineren Orten weiter voranbringt.

Von Marco Hertzfeld

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