Alkohol: Verkehrswächter setzen Schülern Rauschbrille auf

Ein Warnschild glasklar

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Hoppla! Marina Heinath muss der 15-jährigen Saskia Ebeling helfen. Die Rauschbrille simuliert den Zustand eines Betrunkenen. Unterrichtszeit mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“. Foto: Hertzfeld

Osterburg. Saskia Ebeling wankt, aber sie fällt nicht. Als die 15-Jährige alle Kegel des Parcours in der Aula passiert hat und die finale Treppe zur Bühne hinaufsteigen möchte, muss Marina Heinath das Mädchen dann doch stützen.

„So fühlt sich ein Betrunkener, so stark ist seine Wahrnehmung eingeschränkt“, erklärt die Mitarbeiterin der Kreisverkehrswacht und nimmt der Neuntklässlerin der Förderschule „Anne Frank“ die sogenannte Rauschbrille ab. Saskia kennt diesen Zustand nicht, Alkohol sei tabu, daheim sowieso, auch aus gesundheitlichen Gründen. Bei einigen Klassenkameraden ist das nicht so, die Spannbreite reicht von einem gelegentlichen Glas Sekt bei einer Familienfeier bis zum Vollrausch am Wochenende.

„Die Jugendlichen gehen genauso wie ihre Altersgenossen anderswo am Wochenende gerne weg und einige von ihnen probieren Alkohol und andere Drogen aus. So ist das nun einmal. Letztendlich sind sie ganz normale Schüler“, weiß Katja Hirsch. Da den pädagogischen Zeigefinger klug einzusetzen, sei die Kunst. „Die Kreisverkehrswacht ist auch genau deshalb ein so wertvoller und immer wieder willkommener Partner“, erklärt die Ethiklehrerin der AZ. Heinath und ihr Kollege Detlef Oelze, beide aus Stendal, sollten den richtigen Ton treffen und sozusagen auf lockere Art und Weise Warn- und Stoppschilder für das noch so junge Leben setzen. Die Schüler bearbeiten das Thema „Drogen“ momentan im Unterricht. Das Gastspiel der Verkehrswächter aus der Kreisstadt hat den Lernstoff bereichert.

Heinath und Oelze sind derzeit fast in jeder Ecke des Landkreises unterwegs, bauen in Schule und anderen Einrichtungen den Rauschbrillen-Parcours oder ähnliche Strecken auf.

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