Walslebener Rat will von Streichliste runter

Walsleben - Von Matthias Mittank. Die angespannte Haushaltslage macht es unumgänglich – Osterburg muss in diesem Jahr sparen. Ein 3,25-Millionen-Euro-Loch im städtischen Haushalt gilt es zu stopfen. Während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde die Streichung des ländlichen Weges zwischen Calberwisch und Uchtenhagen aus dem Investitionsplan für 2010 ins Spiel gebracht. Mit dem eingesparten Geld soll unter anderem eine Fördermittelrückforderung in Höhe von 90 000 Euro für den Stadionumbau in Osterburg gedeckt werden (wir berichteten). Der Walslebener Ortschaftsrat ist damit ganz und gar nicht einverstanden.

Dicke Luft herrschte am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus. Über die Tatsache, dass der seit Jahren zusammen mit Düsedau geplante Ausbau des ländlichen Weges zwischen Uchtenhagen und Calberwisch erneut verschoben werden soll, zeigte sich der Ortschaftsrat verärgert.

„Aus meiner Sicht wurde über unsere Köpfe hinweg entschieden. Die Verwaltung hätte sich im Vorfeld wenigstens mit uns an einen Tisch setzen können“, erklärte Ortsbürgermeisterin Erika Zier, die vor allem anprangerte, dass sie erst aus der Presse über die geplante Streichung erfahren hatte. In der Bevölkerung würden sogar schon Rufe laut werden, dass die Ehe mit der Hansestadt ein Fehler gewesen sei, informierte die Ortschefin.

Rund 270 000 Euro würde die Sanierung des sogenannten Roten Weges kosten, der eigentlich auf der Prioritätenliste der Investitionen ganz oben angesiedelt war. Der Eigenanteil der Hansestadt beläuft sich dabei auf 130 000 Euro. Die angedachte Streichung des Weges wurde seitens der Verwaltung auch damit begründet, dass die Fördermittel aus dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) in diesem Jahr aller Voraussicht nach sehr spät fließen werden.

Aus Sicht von Ernst Jesse besteht allerdings dringender Handlungsbedarf. „Der Rote Weg ist nach dem Winter in einem katastrophalen Zustand. Es ist untragbar, dass er nicht für Radfahrer schon längst gesperrt wurde“, so das Ortschafts- und Stadtratsmitglied. Wird die Sanierung nicht in diesem Jahr angeschoben, würden im nächsten Jahr erhebliche Mehrkosten entstehen, ist sich Jesse sicher.

Zwar habe es laut Ratsmitglied Dr. Ringhard Friedrich nach dem jüngsten Gespräch mit der Verwaltung das Signal gegeben, dass der Weg für 2010 noch nicht vom Tisch sei – dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. „Alle Bewerber für den neuen Stadtrat hatten sich im Wahlkampf für einen fairen Umgang zwischen der Stadt und ihren Ortsteilen ausgesprochen“, erinnerte Friedrich. Wie mit dem ländlichen Weg zwischen Uchtenhagen und Calberwisch umgegangen werde, sei die Nagelprobe für dieses Versprechen.

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