Kommunalpolitiker fordern Prioritätenliste

Vorhandenes Geld gerecht verteilen

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Risse im Calberwischer Dorfgemeinschaftshaus: Investitionen für das Gebäude könnten genauso wie andere Bauvorhaben auf einer Prioritätenliste stehen.

Osterburg. In einigen Ortsteilen der Einheitsgemeinde Osterburg gibt es Investitionsbedarf. Dies wurde während der Bauausschusssitzung am Montagabend deutlich. So nutzte Oliver Rüdrich die Gelegenheit, um ein dringendes Problem in Calberwisch anzusprechen.

Der Zustand des dortigen Dorfgemeinschaftshauses bereitet dem Düsedauer Ortsbürgermeister Sorgen. So droht eine Giebelwand weiter abzusacken, große Risse sind bereits entstanden. „Es muss etwas passieren, sonst ist dieses Gemeindehaus das erste, das in der Einheitsgemeinde geschlossen wird“, forderte Oliver Rüdrich Taten, zumal das Problem schon seit Monaten bekannt ist. Allerdings ist nicht klar, warum der Giebel absackt. Besichtigungen vor Ort und auch eine Probegrabung hätten bisher keine eindeutigen Erkenntnisse gebracht. Laut Bauamtsleiterin Antje Spillner soll eine Baugrunduntersuchung Klarheit bringen. Solch ein Gutachten kostet natürlich Geld. Derzeit wird geklärt, ob die Einheitsgemeinde Osterburg diesen Auftrag auch ohne einen Haushalt 2012 auslösen darf.

Unklar ist zudem, wie es mit der Turnhalle in Königsmark weiter geht. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Fred Stoller erinnerte an die fehlende Klärgrube und forderte Kostenberechnungen. Laut Antje Spillner gebe es die bereits seit längerem. Davon war Fred Stoller am Montagabend nichts bekannt. Er unterstrich, dass die Königsmarker bei weiteren Modernisierungen an der Halle auch Eigenleistungen erbringen würden. Wichtig sei aber, dass ein klarer Fortschritt bei den Vorbereitungen erkennbar sei.

Um in Zukunft eine Basis für die Abarbeitung von Bauprojekten zu haben, wurde am Montagabend erneut eine Prioritätenliste gefordert. Der neue Bauausschussvorsitzende Matthias Lenz hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Antje Spillner erklärte, dass es dafür laut dem Kämmerer Detlef Kränzel allerdings Einschränkungen gebe. So sollten nur Pflichtaufgaben auftauchen und zunächst keine Kosten aufgelistet werden. Eine Aussage, ob und wie viel Gelder 2012 für Investitionen bereit stehen, gab es nicht. Der Grund: Derzeit wird noch ermittelt, wie teuer die Brandschutzprojekte in der Kindertagesstätte „Jenny Marx“ sowie den Grundschulen Osterburg und Flessau werden. Erst danach gibt es klarere Aussagen. Die Kommunalpolitiker ließen am Montagabend im Verwaltungsgebäude trotzdem nicht locker und möchten in den nächsten Wochen eine Prioritätenliste mit Kostenschätzungen. Anhand dieser könnten weitere Entscheidungen getroffen werden. Es wurde daran erinnert, dass die Wünsche der einst selbstständigen Gemeinden bereits bei Gründung der Einheitsgemeinde eingereicht wurden. „Wir sollten mit der Liste eine Richtschnur haben, über die diskutiert werden kann“, so Gladigaus Ortsbürgermeister Matthias Müller. Stadtratsmitglied Wolfgang Tramp unterstrich: „Die Verwaltung hat von uns schon mehrmals solch eine Orientierung bekommen.“

Von Christian Ziems

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