Entscheidende Daten fehlen noch / Hoffnung auf Nachahmer

Vogelradar im Windpark Storbeck: Pilotprojekt nimmt Fahrt auf

+
Fabian Schwarzlose (l., hier im Gespräch mit Mitgliedern des Umweltausschusses des Landes Sachsen Anhalt) hofft, dass das in Osterburg eingesetzte Birdscan bald auch an anderen Windkraftstandorten genutzt wird.

Osterburg – Es ist Neuland, was in Deutschland im Rahmen des Windparks Storbeck betreten wird.

Mithilfe des Vogelradars „Birdscan“ (AZ berichtete) soll verhindert werden, dass Vögel zu Schaden kommen, wenn sie sich den Windrädern, die bereits im November in Betrieb gehen sollen, nähern. Dies gilt insbesondere für den geschützten Rotmilan.

„Es gibt in Deutschland Windkraftanlagen, die von März bis August aus Vogelschutzgründen nicht betrieben werden“, erläutert Fabian Schwarzlose, Projektleiter eines Stendaler Ingenieurbüros, das den Windkraftpark Osterburg betreibt, die Zwänge, denen Windkraftenergie inzwischen oft unterliegt. Mit dem Vogelradar soll Abhilfe geschaffen werden. Die Software für die Vogelerkennung kommt aus der Schweiz, aber in seiner Form, wie es in Osterburg angepasst wird, ist es ein eigenständiges Projekt. Es ist das Ziel, Birdscan auch anderen Standorten anzubieten. Ziel ist es, die Abschaltzeiten durch den Vogelradar deutlich zu reduzieren und die Tiere zu schützen. Eine Schwierigkeit, die während der gesamten Entwicklung bestand, ist, dass es keinerlei gesetzlichen Regelungen und Normen gibt, an denen man sich im Entwicklungsprozess hätte orientieren können.

Anfang dieser Woche waren einige Mitglieder des Bauausschusses der Hansestadt Osterburg zu Besuch an der Baustelle, wo derzeit drei Windräder aufgebaut werden, und ließen sich das Programm erklären. Einer von ihnen ist Horst Guse (Die Linke), der die Verwendung von Birdscan sehr begrüßt, aber auch eine generelle Frage aufwirft: „Warum musste es so lange dauern, bis man gemerkt hat, dass Windräder die Vögel zerschreddern und man hier etwas tun muss?“, fragt das langjährige Mitglied des Stadtrates der Biesestadt.

Wenn die Windräder im November in Betrieb gehen, werden aus verständlichen Gründen wichtige Beobachtungen noch fehlen: Bisher wurde nur erhoben, wie sich die Vögel bewegen, ohne dass die Windräder in Betrieb sind. Wie sich das Verhalten der Tiere ändert, sobald die Anlagen in Betrieb sind, steht derzeit noch in den Sternen und soll ab März erhoben werden. „Dann stehen wichtige Evaluationen an. Auf der Grundlage der Daten, die wir dann erhalten, wollen wir das System für den Betrieb hier in Osterburg optimieren“, so Projektleiter Schwarzlose.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare