Gemeinden lassen Wohnraum vom Arneburger Eigenbetrieb verwalten

Viele Nachfragen halten Leerstandsquote niedrig

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Für Wohnblöcke am Eichenweg in Rochau ist Wärmedämmung das Stichwort bei zukünftigen Investitionen.

Arneburg/Rochau. Seit Jahresbeginn lassen die Rochauer kommunale Wohnungen sowie Räume für Gewerbetreibende vom Eigenbetrieb der Stadt Arneburg verwalten. Was bisher in den Händen des Idener Gemeindewerkes lag, hat nun das Team um Betriebsleiter Kay Lindemann übernommen.

Mit dieser Entscheidung hoffe man auf weniger Kosten, begründete Rochaus Bürgermeister Uwe Großpietsch. Leistungen für die Hausverwaltung seien wohl etwas geringer. Wohnungseigentum ist am Eichenweg in Rochau vorhanden, dort stehen drei Wohnblöcke. Ebenso geht es um Wohnraum im Gemeindehaus sowie auch um vier Wohnungseinheiten in Klein Schwechten. Dazu noch gewerblich genutzte Räume, etwa der kleine Lebensmittelladen. Laut Großpietsch würde der Hausverwalter-Wechsel die Mieter kaum tangieren. Sie müssen sich lediglich die Kontaktdaten des neuen Ansprechpartners merken. Wärmedämmung sei das Stichwort für die Blöcke aus der DDR-Zeit am Eichenweg, berichtete Großpietsch über Zukünftiges. An der Nummer sieben sollte der Giebel neu gemacht werden. Ziel sei es, Heizungskosten zu minimieren. Doch bevor etwas geschieht, wird sich ein Energieberater vor Ort ein Bild machen. Ein Tipp des Eigenbetriebes an die Rochauer. Daher sollen erstmal Empfehlungen des Beraters vorliegen, dann werde entschieden, so Großpietsch. Ein neues Dach für das Gemeindehaus steht auf der diesjährigen Wunschliste. Das Projekt war schon für vergangenes Jahr im Haushalt eingeplant. Allerdings „ohne Fördermittel läuft nichts“, betonte der Bürgermeister. Das Vorhaben sei mit 50 000 Euro veranschlagt, diese Summe könne Rochau nicht allein stemmen. Es bleibe abzuwarten, ob eine Finanzspritze gewährt werde.

Seit 2005 gehöre die Wohnungsverwaltung zum Aufgabenfeld des Eigenbetriebes, erklärte Kay Lindemann. Laut dem Betriebsleiter seien inklusive Rochau 239 Einheiten in der Kartei. Bisher kümmerten sich Verantwortliche nur um Objekte im Gebiet der einstigen Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Krusemark, mit Rochau ist eine Gemeinde aus der ehemaligen „Mittleren Uchte“ hinzu gekommen. Der Leerstand liege insgesamt bei acht Prozent. Eine Zahl, die Lindemann keinesfalls schlaflose Nächte bereitet. In einigen Orten ist sogar „die Nachfrage größer, als wir den Bedarf decken können“. Etwa in Arneburg. Gesucht werden meist Zwei- bis Dreiraumwohnungen, oft von Arbeitskräften, die im Industrie- und Gewerbepark Altmark ihre täglichen Brötchen verdienen. Daher sei auch Wohnraum in Hohenberg-Krusemark gut ausgelastet. Dass der Großteil der Wohnungen modernisiert und die Mieten kostengünstig sind, sehe Lindemann als Hauptgründe für die Nachfragen.

Im Eigenbetrieb arbeitet ein fünfköpfiger Mitarbeiterstamm. Eine Kraft ist mit der Hausverwaltung betreut. Die Aufgaben sind vielschichtig, reichen von aufzusetzenden Mietverträgen über Instandhaltung bis zur Betriebskostenabrechnung. Ebenso werde Leerstehendes beworben, Wohnungen genauso wie etwa der „Ratskeller“ in Werben. Wenn Gemeinden in ihr kommunales Eigentum investieren wollen, stehe der Eigenbetrieb zur Seite. „Wir raten, was in der jeweiligen Situation sinnvoll wäre“, sagte Lindemann. Wie beispielsweise bei den Wohnblöcken in Rochau.

Von Berit Boetzer

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