Erfolgreiches Kreismuseum wünscht sich mehr Platz / Besucherzahl gewachsen

Ein vermögender Privatmann könnte Geschichte schreiben

Diplom-Historiker Frank Hoche in einem der Lagerräume des Kreismuseums an der Breiten Straße in Osterburg. In dem Fachwerkhaus kann nur ein gewisser Teil der Sammlung den Besuchern gezeigt werden. Es mangelt schlichtweg an ausreichend Platz. Foto: Hertzfeld

Osterburg. „Wir haben ein großes Problem, uns fehlt einfach Platz. “ Die Sammlung des Kreismuseums umfasst annähernd 25 000 Objekte, darunter allein 3000 Einheiten archäologischer Funde aus dem Altkreis Osterburg. Jedes Jahr kommen gut 100 Dinge dazu.

Weniger als ein Drittel des Bestandes kann momentan der Öffentlichkeit präsentiert werden, was Frank Hoche, Leiter der Museen des Landkreises Stendal, naturgemäß bedauert. Das denkmalgeschützte zweigeschossige Fachwerktraufenhaus aus dem 18. Jahrhundert bietet mit seinen Nebengebäuden gerade einmal 700 Quadratmeter für Ausstellungs-, Depot- und Arbeitsräume. Ein großer Teil der Sammlung befindet sich in zwei Depots außerhalb. Dass der finanziell klamme Landkreis irgendwann von sich aus einen anderen Standort sucht, scheint relativ unwahrscheinlich und vielleicht auch nicht unbedingt wünschenswert. Die Gegebenheiten an der Breiten Straße lassen jedenfalls eine Ausdehnung des Kreismuseums nicht zu. „Man könnte allerdings Teile der Sammlung durchaus auslagern und zeigen, wenn sich denn ein Mäzen finden würde, der dafür etwa ein Haus ausbaut. “ Gänzlich ausgeschlossen sei diese Möglichkeit ja nicht, meint der Diplom-Historiker.

Hoche und Kollegen können schon jetzt mit ihrer Arbeit glänzen. Seit Jahren präsentiert der 53-Jährige herausragende Besucherzahlen und erntet dafür Lob von Politik und Fachwelt. Allein für 2013 sind 6827 Besucher in Osterburgs Kreismuseum gezählt worden, noch einmal 481 mehr als für das Jahr davor. „Das ist das beste Ergebnis seit 2007.“ Damals feierte die Biesestadt ihre 850-jährige Geschichte und hatte zum Sachsen-Anhalt-Tag eingeladen. Das Prignitz-Museum in Havelberg, für das er ebenfalls verantwortlich zeichnet, kann sich über 11 489 Besucher freuen, 677 mehr als im Jahr zuvor. Das macht für die beiden landkreislichen Einrichtungen zusammen 18 316 Gäste. „Die Zahlen sind sehr erfreulich. Wir sind auf einem wirklich positiven Weg“, resümiert Hoche gegenüber der AZ. Zumal zahlreiche vergleichbare Museen in Deutschland nicht mehr als 5000 Besucher im Jahr hätten.

Die Osterburger Erfolgsgeschichte sei in erster Linie mit der veränderten Strategie seiner Einrichtung zu erklären. Hoche beteiligt sich an Höhepunkten in der Stadt, klinkt sich quasi in das Stadt- und Spargelfest, den Weihnachtsmarkt und andere größere Veranstaltungen ein. Der gebürtige Erfurter: „So erreichen wir eben auch Menschen, die sonst nie ins Museum gehen würden.“ Anlaufpunkte wie die in Osterburg und Havelberg stifteten Identität und förderten das Heimatgefühl. Für die Altmark, das Elbe-Havel-Land, ja Sachsen-Anhalt, nicht gerade unwichtig.

Für dieses Jahr plant Osterburgs Museumsleiter wieder etliche Ausstellungen (die AZ berichtete bereits Anfang Januar). Auch die erfolgreichen Projekte mit örtlichen Schulen sollen fortgesetzt und ausgewählte Werke aus dem Kunstunterricht gezeigt werden. Zusätzliche Hinweise zum Museum stehen unter www.osterburg.de.

Von Marco Hertzfeld

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