Wohnungsgesellschaft sieht sich wirtschaftlich solide aufgestellt / Mallohn: Knappe halbe Million Euro fließt in den Bestand

Vermieter baut aufs große Investpaket der Stadt

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Gehwege wie diesen an der Karl-Liebknecht-Straße will die Stadt erneuern lassen.

Osterburg. „Wir sind wirtschaftlich solide aufgestellt und erkennen die Herausforderungen der Zeit“, ist Rüdiger Mallohn überzeugt. Die Wohnungsgesellschaft Osterburg hat einen Umsatz von jährlich gut 2,2 Millionen Euro.

Das Altneubaugebiet steht in nächster Zeit vor einem Umbruch.

Für einen kommunalen Vermieter dieser Größe mit 624 Wohnungen könne sich das doch sehen lassen, meint der Geschäftsführer. Im Durchschnitt investiert das Unternehmen zwischen 400 000 und 450 000 Euro pro Jahr in seinen Bestand. Davon gehen allein etwa 180 000 Euro drauf, Quartiere für Neuvermietungen herzurichten. „Das ist der Rahmen, in dem wir uns bewegen können, das Geld will klug eingesetzt werden.“

Fast jede zweite Wohnung des Unternehmens befindet sich im Altneubaugebiet. An der Karl-Liebknecht-Straße sollen weiter Fassaden frisch gestrichen und die Außenanlagen erneuert werden. Der Sockel der Melkerstraße 45 wird in diesem Jahr saniert. Wenn die Stadt mittel- und langfristig mit großem Besteck nicht zuletzt Straßen und Gehwege auf Vordermann bringen lässt, wolle die Wohnungsgesellschaft insbesondere Zuwegungen erneuern. Für das gesamte Wohngebiet braucht die Stadt zwischen zehn und 15 Jahren. 2019 könnten laut Bauamt erste Arbeiten an der August-Bebel-Straße beginnen.

Auf der Agenda der Wohnungsgesellschaft für 2018 stehen unter anderem auch zwei Dachsanierungen, ein Objekt befindet sich an der Stendaler Straße, das andere an der Werderstraße. Für Wohnungen an der Erzbergerstraße muss in komplett neue Abwasserleitungen investiert werden. Quartiere mit DDR-Charme an der Wiesenstraße werden modernisiert. „Wir setzen weiter auf Erneuerung.“ Abriss sei derzeit kein Thema, 2008 fiel ein Block am Otto-Nuschke-Weg. Der Leerstand beträgt 22 Prozent und betrifft vor allem das Neubaugebiet Golle (die AZ berichtete). Eine Werbeoffensive soll zusätzliche Mieter bringen.

Neben den 624 eigenen Wohnungen verwaltet und bewirtschaftet das kommunale Unternehmen mit sieben Mitarbeitern noch mehr als 200 für andere. Kurz nach der politischen Wende hatte es 1090 Wohnungen besessen. Es folgten Privatisierung, Verkauf und Abriss. Mallohn: „Wir sind gesund und vernünftig geschrumpft.“

Von Marco Hertzfeld

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