Corona-Protestpartei macht nach Osterburg weiter mobil

„Verbote führen vor Augen“

Gründungsmitglieder und Gäste aus dem Bundesverband nahe einem Verkehrskreisel in Osterburg. Die Partei zielt vor allem auf die staatlichen Coronamaßnahmen.
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Gründungsmitglieder und Gäste aus dem Bundesverband nahe einem Verkehrskreisel in Osterburg. Die Partei zielt vor allem auf die staatlichen Coronamaßnahmen.

Altmark – „Es reicht jetzt!“ Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz Die Basis, macht gegen die neuen Coronabeschränkungen mobil.

Dass die bundesweiten Regelungen ihrer jungen Organisation ein Stück weit auch in die Hände spielen könnten, Alkje Fontes bestreitet das im Gespräch mit der AZ erst gar nicht.

„Die Verbote und Schließungen führen doch nur vor Augen, was in diesem Land schon seit Monaten verkehrt läuft“, ist die Altmärkerin überzeugt. Auf einem Handzettel für einen Protestaufruf am vergangenen Wochenende ist das Wort Lockdown rot durchgestrichen. Fontes gehört zum Bundesvorstand der Partei, die ihre Wurzeln auch in einer nicht unumstrittenen Anti-Coronaverbots-Bewegung hat. Der Landesverband für Sachsen-Anhalt wurde, wie berichtet, in Osterburg gegründet, er sei der erste in Ostdeutschland neben dem Berliner.

Von der Straße in die Parlamente, die Marschrichtung scheint klar. Die Protestpartei zieht es in den Landtag, am 6. Juni wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Auch der Bundestag ist ein Ziel. Fontes und Mitstreiter fühlen sich „von oben übergangen“ und gegängelt. Und überhaupt: „Alle wichtigen Entscheidungen über unser Leben werden derzeit aufgrund von Verordnungen getroffen“, heißt es in einem Papier. Und weiter: „Unsere gewählten Vertreter schauen dagegen tatenlos zu, wie die Demokratie, die Freiheit, der Mittelstand und das kulturelle Leben zerstört werden.“ Dass die Bewegung der Corona-Skeptiker auf der Straße mitunter von Verschwörungstheorien getrieben sein soll, will Fontes so nicht sehen. Auch die Brennmarke Extremismus halte nicht. „Wir haben einstige Linke und Grüne bei uns, auch enttäuschte CDU-Leute und frühere Mitglieder anderer Parteien.“

Fontes und Parteifreunde geben sich offen und transparent, reden von Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz, den vier Säulen der Organisation. Ein wirklich fertiges Parteiprogramm könne niemand schon jetzt erwarten. Der Protest gegen staatliche Coronamaßnahmen dürfte so etwas wie der Geburtshelfer der neuen politischen Kraft sein. Inwieweit sie überhaupt Fuß fassen kann und Bedeutung erlangt, bleibt abzuwarten. Am Wochenende wurde schon einmal das sogenannte Konsensieren trainiert. Dabei handele es sich um mehr als eine Abstimmung, die auf Mehrheiten basiert, wurde erklärt. Es gehe darum, eine Lösung zu finden, für die in der Gruppe möglichst wenig Widerstand besteht. Auf einer Skala von 0 bis 10 drücken Teilnehmer den Grad ihres Widerstandes aus, in Osterburg kamen Karten zum Einsatz.

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