Historiker Lenz recherchiert zu barockem Maler mit Wurzeln in Osterburg

Eine unbekannte Berühmtheit

Uwe Lenz stellte seine Recherchen zur Herkunft Weidemanns im Rahmen eines Vortrages vor vor
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Uwe Lenz gab am Mittwoch Einblicke in seine Recherchen zum Leben des barocken Malers Friedrich Wilhelm Weidemann, der in Osterburg geboren wurde.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Der Name Friedrich Wilhelm Weidemann dürfte der großen Mehrheit der Osterburger unbekannt sein, dabei hat es der Mann immerhin als Maler an den preußischen Königshof geschafft. Uwe Lenz ist Ortsbürgermeister im zu Bismark gehörenden Meßdorf und Diplom-Historiker. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass er am Donnerstag im Café Mélange in Meßdorf einen Vortrag über eben jeden Maler hielt.

Meßdorf/Osterburg – „An meinem siebzigsten Geburtstag war ich mit meiner Familie in Berlin im Stadtschloss.“ Im zu einem Museum gehörenden Shop viel ihm dann ein Buch in die Hände, in dem ihm erstmals der Name Friedrich Wilhelm Weidemann begegnete. Von dem barocken Maler, der zwischen 1668 und 1750 gelebt haben soll, hatte Lenz noch nie etwas gehört. „Das Thema hat mich seitdem nicht losgelassen. Die Tatsache, dass über die Wurzeln des Mannes, der am Hof von Friedrich I. von Preußen zu einem bedeutenden Maler seiner Zeit wurde, fast nichts bekannt ist, fasziniert Lenz. „Ich begebe mich selbst auch auf die Suche nach Quellen. Dass ich nicht einfach etwas zu ihm nachlesen kann, macht das Ganze ja so interessant.“ Überliefert ist über den Maler unter anderem, dass er einen Teil seiner Ausbildung an der Berliner Akademie der Künste absolviert hat.

Lenz fragte beim Kreismuseum in Osterburg und auch beim Stadtarchiv nach. Auch Bürgermeister Nico Schulz (FW) sprach er auf den Maler an. Das biesestädtische Stadtoberhaupt hat den Namen noch nie gehört.

Vom Stadtarchiv gab es den Hinweis, sich mit einer Quelle zu beschäftigen, die alle damaligen Pfarrer auflistet. In diesem stieß Lenz dann auf die Namen Otto und Johannes Weidemann. Beide wurden nachweislich in Storbeck begraben. Es könnte sich um den Vater des Malers handeln. „Ich bin bei meinen Recherchen ja gerade erst am Anfang.“ Er werde diese Spuren nun weiter verfolgen. Um den Besuchern des Vortrages am Mittwochnachmittag einen Eindruck zu vermitteln, zeigte Meßdorfs Ortschef einige der Motive der Bilder des Malers, die einen Eindruck ermittelten, wie aufwendig die barocke Malkunst war. Etwa auf zwei Bildern, die Friedrich I. und seine zweite Frau Sophie Charlotte zeigten. Die Bilder waren 1,55 mal 2,40 Meter groß und zeigen beide in Lebensgröße. Auch eine überlieferte Anekdote gab Lenz zum Besten. „Das Bild seiner Frau war deutlich größer als das, was ihn selbst zeigte und so veranlasste Friedrich, dass das Bild seiner Frau auf dieselbe Größe zurechtgeschnitten wurde, wie sein eigenes.“

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