Unfall entpuppte sich als Wilderei

Bernd Falke entdeckte die Schusswunde erst bei der Versorgung. Der Jäger war zunächst von einem Wildunfall ausgegangen, weil das Tier an der B 189 aufgefunden wurde.

Klein Schwechten - Von Ivonne Bolle. Jäger Bernd Falke aus Klein Schwechten ist verärgert über die seit Jahren beobachtete Wilderei im Hegering Erxleben. Am Sonntagabend bestätigte sich erneut sein Verdacht: An einem an der B 189 tot aufgefundenen Rehbock entdeckte er eine Schussverletzung.

„Ich wurde von einem Jagdkollegen angerufen“, erzählte Bernd Falke. Am Parkplatz bei Ziegenhagen an der B 189 wurde ein toter Rehbock aufgefunden. „Ich habe das Tier mitgenommen, um es zu Hause zu versorgen.“ Dabei entdeckte er dann schließlich die eigentliche Todesursache: Ein Blattschuss auf der linken Seite mit einer kleinen Kugel. „Kann ein Kleinkaliber sein, auf jeden Fall kleiner als sieben Zentimeter“, sagte der Jäger und zeigte dabei auf die Schusswunde. Das Tier war drei bis vier Jahre alt.

Der Klein Schwechtener zeigte sich darüber sehr verärgert. „Es war nicht zum ersten Mal.“ Seit einigen Jahren beobachten die Jagdpächter aus der Region dieses unerlaubte Treiben. Immer häufiger werden verendete Tiere aufgefunden, die angeschossen wurden. „Das ist Wilderei.“

Tiere, die nicht korrekt getroffen werden, verenden oft qualvoll. Normalerweise muss ein Jäger immer nachsuchen, wenn das Tier nach dem Schuss weiter läuft. „Sonst liegt der Kadaver im Wald und verwest“, beschrieb Bernd Falke nur eine Folge der Wilderei. Und: „Das ist ein unerlaubter Eingriff in den Wildbestand. Er wird dadurch mutwillig dezimiert.“ In seinen Augen alles andere als eine Kavaliersdelikt. Eine Anzeige bei der Kriminalpolizei lieg bereits vor.

Der Jäger aus Klein Schwechten bittet die Bevölkerung um Mithilfe. „Wir sind über jeden Hinweis dankbar. Wenn einer etwas gesehen hat oder jemanden beobachtet hat, dann kann er sich bei mir melden.“ Falke und seine Jagdkollegen wollen den Wilddieben nun endlich das Handwerk legen.

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