LSB sieht Landessportschule solide aufgestellt, hält Gästezahl und liebäugelt mit Kletterseilgarten

Übungsgerät wächst nicht in Himmel

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Da sind Geschick und Ausdauer gefragt: Seilgärten und Kletterparcours gibt es in den verschiedensten Ausführungen.

Magdeburg / Osterburg. Das Projekt sei noch viel zu weit weg, um es allzu hoch zu hängen, doch ja, einen Seilgarten oder Kletterwald anzulegen, habe schon seinen Reiz und gehöre zu den „Visionen“ des Landessportbundes (LSB) für Osterburg.

Michael König leitet das Ressort Betriebsstätten und dürfte genau wissen, was in der Sportschule möglich und nötig scheint. Der LSB befindet sich nach wie vor in der Konsolidierung, große Sprünge sind kaum möglich. Wobei der Magdeburger den altmärkischen Standort sowieso für gut aufgestellt hält. Der Jahreshaushalt sei regelmäßig so um die 2,6 Millionen Euro stark. Weil nicht zuletzt der Kunstrasenplatz erneuert wurde, durfte es 2016 sogar noch ein wenig mehr sein.

Für das vergangene Jahr haben Stefanie Lück, Leiterin der Landessportschule Osterburg, und ihr Team 30 544 Übernachtungen gezählt. 2015 waren es 30 818. Bei einem Unterschied von 274 will König nicht von einem Einschnitt sprechen. Seit einigen Jahren gehe es wieder bergauf. „Mit einer Auslastung von mehr als 50 Prozent können wir uns im Hotelgewerbe gut sehen lassen.“ Die 2001 eröffnete Einrichtung sei so etwas wie das Herzstück der Dachorganisation. 2010 titelte die Mitteldeutsche Zeitung in Halle, wo der LSB seinen Hauptsitz hat, noch: „Sportschule Osterburg – Der Klotz am Bein.“

Über die Vergangenheit kann und will König nicht groß reden. Der LSB sei auf einem guten Weg, die Finanzen immer mehr im grünen Bereich. Der Vorwurf der Politik, der LSB gehe schluderig mit Steuergeld um, ist nicht mehr zu hören, auch wenn der LSB noch an der Kette des zuständigen Ministeriums liegt. Präsident Andreas Silbersack, der in der Krise das Ruder übernommen hat und die Altlasten abträgt, Vorstandsvorsitzender Dr. Lutz Bengsch und andere Führungskräfte dürften gespannt auf die Politik schauen und sich fragen, was mit dem Doppelhaushalt 2017/18 im sportlichen Bereich tatsächlich möglich sein wird.

Die Sportschule stehe ordentlich da, baulich müsse 2017 nichts Großartiges passieren. „Alle Rasenplätze sind komplett saniert.“ Von Fußball über Leichtathletik bis Schwimmen sei vieles auf dem Gelände an der B 189 möglich. Leistungssport, Breitensport, Sportbildung ... Kollegin Lück habe den Begriff „Sportaktivweiterbildungshaus“ entwickelt, ein wenig sperrig, sicherlich, und dennoch sage er doch eine Menge über den Standort aus. Von einer nach Norden verlängerten A 14 erhofft sich der LSB einen zusätzlichen Aufschwung. „Gerade für weiter südlich beheimatete Vereine wäre die Autobahn ein echter Hinbringer.“

Es seien naturgemäß vor allem Vereine aus Sachsen-Anhalt, die in Osterburg auflaufen, aber auch immer mehr aus anderen Bundesländern wie nicht zuletzt Niedersachsen und Berlin. Neben den „Hausgästen“ ist auch der ganz normale Bürger willkommen und kann Angebote nutzen. Mit einem Seilgarten oder Kletterwald könnte sich „der Erlebnisgehalt für bestimmte Gruppen“ noch einmal erhöhen. Überhaupt spiele die Landessportschule auch für den Tourismus und die Freizeit der Bürger im Raum Osterburg eine Schlüssellrolle. Für das von der Stadt erhoffte gemeinsame Projekt „Swingolf“, eine vereinfachte Form des Freiluftsports, sieht der LSB allerdings in dieser Konstellation auch weiterhin noch keine Chance.

Von Marco Hertzfeld

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