Schulleiterin sieht Schwierigkeiten eher in den kommenden Jahren

Abschlussklasse ist gut vorbereitet

Im vergangenen Jahr fanden die Abschlussprüfungen auch unter Corona-Bedingungen statt
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Den Abschlussjahrgang (hier ein Bild der Zeugnisübergabe 2020) sieht Schulleiterin Doreen Melms gut für die Prüfungen im Frühjahr gerüstet. Für die Schüler unterhalb der zehnten Klasse gilt derzeit Wechselunterricht.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Bis auf die Abschlussklassen sind an den weiterführenden Schulen alle Klassen derzeit im Wechselunterricht. Während die eine Hälfte der Schüler montags, mittwochs und freitags unterrichtet wird, gilt dies für die andere Hälfte der Klassen dienstags und donnerstags. In der Folgewoche ist dies dann umgekehrt. Für die Lehrkräfte ist der Aufwand recht hoch, wie die AZ von Osterburgs Sekundarschulleiterin Doreen Melms erfahren hat.

Osterburg – „Für die Lehrer bedeutet das, dass sie jede Unterrichtsstunde zweimal abhalten.“ Ein paralleler digitaler Unterricht sei nicht möglich. So würden die Schüler zwar die Plattform Moodle des Landes Sachsen-Anhalt nutzen, doch auf diese Weise sei es nicht möglich, den Stoff genau so umfangreich und im Detail zu vermitteln wie während des Unterrichts vor Ort. Keinerlei Schwierigkeiten gibt es laut Melms im Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen. Die werden von allen Schülern nach wie vor sehr diszipliniert umgesetzt.

In Sachsen-Anhalt ist die Form, in der Unterricht stattfinden kann, eng an die Sieben-Tage-Inzidenz gekoppelt. „Erst wenn der Wert unter 50 ist, könnte wieder Präsenz-unterricht für alle stattfinden. Liegt der Wert über 200, könnte auch der Wechselunterricht nicht mehr stattfinden. „Wir werden immer donnerstags durch das Bildungsministerium darüber informiert, wie es in der kommenden Woche weitergeht.“

Gut vorbereitet sieht Melms den Abschlussjahrgang für dieses Jahr, denn die zehnten Klassen hatten außer an drei Tagen vor Weihnachten immer Präsenzun-terricht. Dies erlaubt die aktuelle Corona-Verordnung ausdrücklich. Schwierig schätzt die Schulleiterin die Lage für die derzeitigen neunten Klassen ein, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen. Diese Schüler hätten wie auch die jüngeren Jahrgänge sehr viel an Unterrichtsstoff verpasst. Dies aufzuarbeiten, sei für alle Beteiligten eine Herausforderung und nicht zuletzt „eine Fleißaufgabe“. Den Lehrplan auszudünnen und einzelne Themen aufgrund der nicht vorhandenen Zeit nicht zu behandeln sei keine Option: „In Englisch kann man sicher Vokabeln, die man jetzt nicht lernt, sich später noch einprägen, aber was den Schülern jetzt in Mathe oder Deutsch vermittelt wird, das würde ihnen in ihrer Ausbildung oder auf dem Weg zum Abitur spürbar fehlen.“ Die Schulleiterin hofft, dass Lehrer und Schüler den coronabedingten Ausfall des Unterrichtsstoffes in einer gemeinsamen Anstrengung kompensieren können.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis lag gestern Mittag bei 89. Die 50er-Schwelle zu unterschreiten und somit Präsenzunterricht für alle Schüler gleichzeitig wieder zu ermöglichen, ist derzeit unwahrscheinlich.

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