Wurzeln treiben tiefer ins Erdreich / Joachim Pierau: „Regen vergangener Tage reicht aber nicht aus“

Trockenes Frühjahr bietet Vorteile

Eine trockene Phase im Frühjahr kann auch Vorteile haben, die noch jungen Pflanzen treiben ihre Wurzeln dann tiefer ins Erdreich. Die Bauern hoffen nun aber doch langsam auf etwas mehr Regen auf ihren Feldern im Landkreis Stendal. Foto: dpa

Osterburg/Ballerstedt. Zumindest an den Wochenenden wünschen sich die meisten doch einfach schönes Wetter, also Sonne satt. Davon gab es in der gesamten Altmark bereits reichlich in den vergangenen Wochen.

Mit Temperaturen bis von mehr als 20 Grad Celsius an einigen Tagen, genossen die Einwohner des Landkreises Stendal den frühen Start in den Frühling. Auch in der Landwirtschaft ging es in diesem Jahr bereits früh auf die Felder. Kein Vergleich zum vergangenen Jahr, als es noch im April immer wieder Neuschnee gab.

Nun fehlt es allerdings an Wasser auf den Feldern. Zwar gab es gelegentlich in den vergangenen Tagen Regen, doch der fiel meistens nur zart vom Himmel und reichte lange nicht aus, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern. „Das Wasser wird dringend für die Photosynthese benötigt“, weiß auch Joachim Pierau, Ballerstedts Ortsbürgermeister und selbst in der Landwirtschaft tätig. „Wir haben ein hunderprozentiges Defizit an Niederschlägen, soviel steht fest“, erklärt er gestern auf Nachfrage der AZ.

Allerdings hat das nichts mit Jammern zu tun, wofür die Bauern oft in der Öffentichkeit gescholten werden. „Eine trockene Phase im Frühjahr kann durchaus günstiger sein“, berichtet er aus eigenen Erfahrungen. Denn dann treiben die Wurzeln der Ackerpflanzen auf der Suche nach Feuchtigkeit tiefer in das Erdreich.

„Doch langsam wird es Zeit für mehr Nässe auf den Feldern“, weiß Pierau: „Der Regen der vergangenen Tage reicht auf keinen Fall aus. Es wird unbedingt Zeit für mehr.“

Von Berit Wagner

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