„Probst“-Sprecher weist Vorwürfe vehement zurück

Tierschützer protestieren gegen die Zirkuswelt

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Ihr Protest richte sich gegen jeden Zirkus, der Tiere dressiere und ausnutze. Die Polizei klärt mit Versammlungsleiter Holger Schulz noch einmal die Spielregeln einer Demonstration. Heute will der Zirkus sein Zelt abbauen und weiter nach Rathenow ziehen.

Osterburg. „Wir sind für einen Zirkus ohne Tiere, hier in Osterburg und überall“, sagt Ellen Renne aus Tangermünde. Insbesondere Wildtiere litten unter den Bedingungen in Manege, Käfig und Transportwagen. Artgerechte Haltung sehe anders aus, meint Rotraud Buch aus Tangerhütte.

Dass Zirkus „Probst“ mehr als 60 Tiere vorführe und darauf auch noch stolz sei, kann auch Holger Schulz nicht verstehen. Der Havelberger hatte die gestrige Demonstration im Blickfeld des Zeltes bei den Behörden angemeldet. Diese und eine Handvoll weiterer Tierschützer hielten Plakate hoch und verteilten Faltblätter von Organisationen wie „PETA“ und „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ an Besucher. Dass sich ihr Protest gerade in dieser Stadt formierte, sei reiner Zufall. Ob an weiteren Stationen der Probst-Tournee demonstriert wird, sei noch offen. Vom 29. Juni bis 2. Juli gastiert der Zirkus in Stendal.

Mathijs te Kiefte, ein Niederländer und Sprecher des Unternehmens, fällt es schwer, die Fassung zu wahren: „Wir bezahlen einige Hundert Euro an Platzmiete – und dann so etwa. Hier wird eine ganze Branche beschmutzt, eine Unverschämtheit.“ Allein der Zirkus Probst werde 40-mal und mehr im Jahr von einem Amtstierarzt kontrolliert (die AZ berichtete). Dass Tiger, Zebras, Kamele, Watussi-Rinder und andere Vierbeiner in gutem Zustand seien, davon könne sich jeder Besucher auch bei den Tierschauen überzeugen. „Wir sind ein transparenter Zirkus.“

Von Marco Hertzfeld

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