Kurzzeitig nicht erreichbar

Taxiunternehmen Henschel in Osterburg leidet unter Fehlern der Telekom

Seit Anfang des Jahres führt Norbert Schulz das Taxiunternehmen Henschel. Nach einem Umzug hatte er massive Probleme mit seinem Telefon. Über das Festnetz war er zeitweise nicht erreichbar. FotoS: Henke
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Seit Anfang des Jahres führt Norbert Schulz das Taxiunternehmen Henschel. Nach einem Umzug hatte er massive Probleme mit seinem Telefon. Über das Festnetz war er zeitweise nicht erreichbar. 

Osterburg – „Was Corona nicht geschafft hat, schafft die Telekom“, zeigt sich Norbert Schulz zerknirscht. Er hat im Januar dieses Jahres das traditionsreiche Taxiunternehmen Torsten Henschel übernommen und führt es seitdem unter demselben Namen weiter.

Seit er im Mai umgezogen ist, ist das Unternehmen unter der gewohnten Nummer nicht erreichbar. Für das Unternehmen ist das ein Desaster.

Not macht erfinderisch: Über die sozialen Medien macht Schulz auf seine missliche Lage aufmerksam.

„Wir wollten unsere alte Nummer mitnehmen, doch die steckte laut der Telekom im System fest und ist auch für die Techniker nicht erreichbar. Es hieß, dass es bis zum 25. Mai dauert, bis die Leitung wieder steht.“ Schulz ist mit dem Unternehmen vom Bültgraben 4 an das Haus mit der Nummer 16 in derselben Straße umgezogen. „Nicht zuletzt deshalb, weil wir die Fahrzeuge hier besser warten können und sie nachts nicht draußen stehen“, erläutert der Unternehmer. Seit dem 19. Mai ist auch die Leitung an der alten Adresse nicht mehr frei. Die Zeit drängte daher. Wer die Rufnummer (03937) 8 11 11 wählte, erhielt bis zum vergangenen Freitag die Ansage, dass die Nummer nicht vergeben sei. Schulz und seine Mitarbeiter versuchten seit dem 19. Mai gegenzusteuern, in dem sie alle auf ihren privaten Kanälen in den sozialen Netzwerken auf die Fehlermeldung aufmerksam machen. „Viele unserer Kunden sind aber schon alt und kaum oder gar nicht in den sozialen Medien aktiv. Bei denen kommt das nicht an“, so Schulz. Am Freitagnachmittag gab es für den Unternehmer zumindest die gute Nachricht, dass eine Rufnummerumleitung eingerichtet werden konnte. „Nur weil wir so treue Kunden und verständnisvolle Mitarbeiter haben, kommen wir noch zurecht. Wenn das nicht der Fall wäre, würde das Unternehmen nicht mehr bestehen“, verdeutlicht Schulz den Ernst der Lage.

Mehr als 90 Prozent aller Fahrten sind solche für die öffentliche Hand, wie etwa zu Schulen. Auch Krankentransporte werden oft vorgenommen. „Der reguläre Taxibetrieb macht nur etwa ein Prozent aus.“ Dieser Bereich solle aber ausgebaut werden.

Im Januar und Februar sind die Umsätze laut Schulz auf demselben Niveau geblieben, wie unter seinem Vorgänger Henschel. Mit den Schulschließungen kam dann der Einbruch. „Die Einnahmen sind dann um bis zu 90 Prozent weggebrochen.“ Seine vier festangestellten Mitarbeiter seien deshalb in Kurzarbeit gegangen.

Inzwischen normalisiere sich der Betrieb wieder und eigentlich war der Blick von Schulz in die Zukunft seines Unternehmens durchaus positiv gestimmt. „Die Umsätze stiegen wieder, zwar immer noch weit entfernt von dem Niveau Anfang des Jahres, aber wir waren sicher, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch dann kam die Telekom.“ Schulz ist sich sicher, dass er vereinzelt Kunden verloren habe. Dies wisse er durch Kontakte innerhalb der Branche. Manche Kunden sind laut Schulz auf andere Unternehmen im Landkreis umgestiegen.

VON TOBIAS HENKE

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