„Wir haben andere Sorgenkinder“

Straßenqualität in Osterburger Innenstadt lässt teilweise zu wünschen übrig

+
Weite Teile der Kirchstraße können auch von Menschen, die in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind, problemlos genutzt werden. Jedoch sind die Bürgersteige an allen Einfahrten nur mit einem grobkörnigen Pflaster verstehen.

Osterburg – Die Straßen der Innenstadt sind überwiegend in einem guten Zustand, doch von Barrierefreiheit sind sie in mancher Hinsicht ein ganzes Stück entfernt.

Sowohl in der Breiten Straße, als auch in der Kirch- und Poststraße gibt es Bereiche, die mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen teilweise nur sehr beschwerlich passiert werden können. Der Teufel steckt hier im Detail.

„Bei der Sanierung der Straßen in Zusammenarbeit mit der BIG Städtebau wurde entschieden, dass in allen Einfahrten grobkörniges Pflaster verwendet wird“, sagt Klaus-Peter Gose, Osterburgs Ortsbürgermeister gegenüber der AZ. Bei der Sanierung seien sich alle Gremien, wie der Bauausschuss und der Stadtrat, sowie der Sanierungsträger einig gewesen, was die Gestaltung der Straßenbeläge anging. Rückblickend war dies keine glückliche Entscheidung,

Auf die in manchen Bereichen sehr beschwerlichen Wege angesprochen, verweist Bauamtsleiter Matthias Köberle auf sogenannte „Laufbänder“, die auf den Bürgersteigen eingerichtet wurden. Sie bestehen aus feinerem Pflaster. Dort können sich Bürger auch dann sicher bewegen, wenn sie nicht mehr gut zu Fuß sind. Jedoch werden auch die „Laufbänder“ immer dann unterbrochen, wenn der Bürgersteig an einer Einfahrt vorbeiführt.

Die großen Abstände zwischen den einzelnen Pflastersteinen sind mit Rollatoren nur schwer zu passieren.

Diese stellen für einige Anwohner Stolperfallen dar, da sich Rollatoren oder Rollstühle in dem Pflaster verhaken können. Köberle macht deutlich, dass in den bereits sanierten Straßen keine Veränderungen geplant sind. „Wenn es allerdings Straßenschäden gibt, wäre es wünschenswert, wenn sich die Bürger dann an das Bauamt wenden“. Der Bauamtsleiter hat andere Straßen im Blick, die es zu sanieren gelte. „Wir haben andere Sorgenkinder“, führt er aus. Eines dieser „Sorgenkinder“, ist die August-Bebel-Straße im Altneubaugebiet. Hier stecken bereits Pläne in der Schublade, wie sie und weitere Straßen barrierefrei gestaltet werden können (AZ berichtete), doch diese könnten aus finanziellen Gründen vorerst nicht in angegangen werden. „Die Pläne liegen vorerst auf Eis.“

Somit hänge es in erster Linie am Geld, ob das Vorhaben umgesetzt werden könne, den Bürgern im Altneubaugebiet mehr Komfort zu schaffen. Damit sich auch diejenigen Osterburger, die nicht mehr voll mobil sind, sich dort sicher von A nach B bewegen können.

VON TOBIAS HENKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare