Eigentümerwechsel und Fördergeld könnten Umbau beschleunigen helfen

Stopp trotz grünen Lichts: Bahnhof fehlt Happy End

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Das entscheidende Stück fehlt, nicht nur am Geländer vor dem Bahnhofsgebäude.

Osterburg. „Da tut sich ja doch nichts mehr“, will eine Rentnerin wissen und wünscht dem Fotografen der AZ dennoch einen schönen Tag. Die Osterburger verlieren immer mehr den Glauben an ihren ehemaligen Bahnhof.

Nach AZ-Informationen liegen alle notwendigen Genehmigungen vor, um das Gebäude mit neuem Leben zu füllen, auch der Denkmalschutz soll den Umbauplänen grünes Licht gegeben haben. Und dennoch tut sich seit einem ersten großen Aufräumen im Sommer 2013 wenig bis gar nichts. Eine Westaltmärkerin, die den mehr als 100 Jahre alten und attraktiv backsteinernen Komplex übernommen hat, möchte sich auch auf Nachfrage nicht äußern. Nach AZ-Informationen könnte die scheinbar unendliche Geschichte aber noch ein Happy End haben: So ist die Rede von Fördergeld, auf das gehofft und gewartet werde, und von einem erneuten Besitzerwechsel.

Der ausrangierte Bahnhof verliert zusehends an Klasse. Scheiben sind eingeschlagen, Wände beschmiert, Flächen verdreckt. Nico Schulz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde, will sich nicht mehr über den Anblick ärgern müssen. „Es handelt sich um ein stadtbildprägendes Objekt und sollte nach wie vor ein Aushängeschild sein“, sagt der Christdemokrat auf Anfrage. Hinter dem Gebäude verlaufen die Bahnschienen, Züge halten, Reisende steigen ein und aus.

Bistro, Arztpraxis, Steuerbüro, Wohnungen ... Was genau machbar ist und was nicht, wissen momentan wahrscheinlich nur die Eigentümerin oder der Eigentümer. Nötig wären sicherlich auch Veränderungen auf dem Platz davor. Mieter verlangen in der Regel nach Abstellplätzen für ihre Pkw. Eine Zufahrt für die Feuerwehr im Ernstfall soll bislang ganz gefehlt haben. Nicht zuletzt die Stadträte haben sich mit dem Thema Bahnhof und Vorplatz befasst, vornehmlich hinter für die Öffentlichkeit verschlossener Tür. Nach AZ-Informationen sollen Verhandlungen erfolgreich geführt, Flächenverkäufe vereinbart und Papiere unterschriftsreif vorliegen.

Osterburgs Bahnhofsgebäude geriet nach der politischen Wende in Ostdeutschland immer mehr aufs Abstellgeleis, stand leer und wurde schließlich 2012 von der Deutschen Bahn verkauft. Zwischenzeitlich war sogar einmal über einen Abriss diskutiert worden. Ein ausrangierter Bahnhof, ein Stück Verkehrs- und Heimatgeschichte, wartet auf Anschluss.

Von Marco Hertzfeld

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