Stadträte gegen Schließung der Stadtinformation

„Stiefmütterlichkeit sondergleichen“

Wolfgang Tramp in der Osterburger Stadtinformation. Ende der nächsten Woche soll dieser Anlaufpunkt geschlossen werden. Foto: Ziems

Osterburg. Das Ende der Osterburger Stadtinformation ist in Sicht. Mit Unverständnis reagierten am Donnerstagabend mehrere Stadträte. Der Verwaltung wurde vorgeworfen, sich nicht um die Weiterführung dieser Einrichtung gekümmert zu haben.

Klaus-Peter Gose (CDU) beispielsweise sagte, das vor drei Jahren die Stadtinfo eingerichtet wurde. Jetzt laufe die Maßnahme aus. Schon mindestens ein Jahr vorher hätte sich gekümmert werden müssen, wie die Einrichtung weitergeführt werden könne. Der Standort sei außerordentlich wichtig, liege im Zentrum und sei gut ausgebaut. Gose bedankte sich auch im Namen des Wirtschafts-Interessen-Rings für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Die Anwesenden mahnte er, dass sich Osterburg nicht die Blöße geben sollte, als einzige Hansestadt nicht so eine Einrichtung vorzuhalten.

Drastischer brachte es Jürgen Emanuel (Linke) vor: „Was sich in den letzten Wochen abspielte, ist unter aller Sau“, sagte er. Vor drei Jahren sei die Stadtinfo besetzt worden und da begannen auch schon die Probleme. Gelesen habe er, dass die Stadtinfo im Museum untergebracht werden soll. Da stell er sich die Frage, ob Museumsleiter Hoche nicht ausgelastet sei. Weiter sei dieser auch beim Landkreis angestellt. Kaum vorstellbar, dass sein Arbeitgeber dem zustimmen würde. „Wir brauchen eine schnelle Lösung“, sagte er und forderte den amtierenden Bürgermeister Detlef Kränzel auf, sich dazu zu äußern. Schließlich gehe es auch um die Immobilie, die gekauft, hergerichtet wurde und nun wohl leerstehen werde. Kränzel reagierte nicht, sagte aber gestern zur AZ, dass er im nichtöffentlichen Teil der Versammlung eine Antwort gegeben habe und dazu in den nächsten Tagen auch eine Pressemitteilung herausgeben werde. Thorsten Schulz (SPD) sprach weiter von einer „Stiefmütterlichkeit sondergleichen“. Er habe gehört, dass auch die Bibliothek im Gespräch sei. In hinterster Kammer der Bibliothek untergebracht, da sollte man besser gar keine machen, so Schulz, der meinte, dass nicht nach dem Motto „Sparen wir, koste es was es wolle“, verfahren werden sollte.

Von Jörg Gerber

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