IG-Chef Schmitz und Altbürgermeister Gronner für Standort am Rathaus

Ein „Stein der Einheit“ spaltet die Meinungen

So sah der Große Markt noch einige Jahre nach der politischen Wende aus. Dort befand sich anfangs auch der Stein. Das Bild unten links zeigt Alexander Gronner (2.v.r.), seine Bürgermeisterkollegen aus Oerlinghausen und Augustusburg sowie den Künstler bei der Übergabe 1992. Fotos: Hertzfeld, privat (2)

Osterburg. „So einsam steht der Stein zur Deutschen Einheit dort doch gar nicht, im Gegenteil.

“ Erhard Schmitz kann sich über den Vorschlag aus dem Osterburger Ortschaftsrat, den von Künstlerhand geschaffenen Brocken vom Rathaus weg an eine andere Stelle wandern zu lassen, nur wundern. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) „Heimatgeschichte“ fragt nach dem Bericht in der AZ die Kommunalpolitik: „Gibt es denn einen öffentlicheren Platz als das Rathaus? Die Bürger gehen dort ein und aus. “ Auch für Touristen liege der „Stein der Einheit“ dort goldrichtig. Schmitz führt regelmäßig Besuchergruppen durch die Altstadt, der Stein sei dabei ein wichtiger Anlaufpunkt. Vielleicht verdiene er eine kleine Tafel, die seine Herkunft erklärt, mehr aber nicht. Ihn auf eine Verkehrsinsel oder noch woanders zu bringen, sei unnötig.

Alt-Bürgermeister Alexander Gronner sieht das genauso. Der 78-Jährige kann sich noch gut an die Übergabe erinnern: „Oerlinghausen hat ihn uns 1992 zum zweiten Jahrestag der Deutschen Einheit geschenkt. Ein zweiter Stein befindet sich in Oerlinghausen selbst, ein dritter im sächsischen Augustusburg, zu dem die Nordrhein-Westfalen ebenfalls eine Partnerschaft pflegen.“ Alle drei Objekte wurden vom Künstler Bruno Buschmann geschaffen. Ein metallenes Band verbindet zwei Seiten über einen Riss hinweg.

Osterburgs Deutschland-Stein stand anfangs etliche Meter weiter auf dem Großen Markt. Nach dessen Neugestaltung rückte er dicht an das Rathaus. Für Gronner, bis 1994 Bürgermeister, sollte der Stein dort auch bleiben. „Er ist ein echter Hingucker.“ Allenfalls könnte das geschichtsträchtige Stück ein wenig nach vorn und mehr aus dem Schatten des Rathauses und der Sitzbank geholt werden. Und ja, vielleicht mache eine Tafel mit einigen Angaben zum Stein durchaus Sinn.

Von Marco Hertzfeld

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