Standort erkunden

Schon vor einigen Wochen wurden diese Markierungen vorgenommen. Ab dem kommenden Montag erfolgt nun die forstliche Standorterkundung.

Iden - Von Jörg Gerber. Waldbesitzer und Wanderer werden sicher mit Verwunderung festgestellt haben, dass vor einigen Wochen an Waldbäumen der Gemarkungen Schwarzholz, Ellingen, Krusemark, Iden, Königsmark, Walsleben, Meseberg und Schönberg weiße Farbmarkierungen angebracht wurden.

Entgegen ersten Vermutungen handelt es sich nicht um Hilfestellungen, die den zurückliegenden Aktivitäten des Osterhasen dienen sollten, vielmehr haben diese Markierungen einen durchaus ernsten forstlichen Hintergrund und für die betroffenen Waldbesitzer einen positiven Effekt, so Revierförster Gunnar Schulze.

Ab Montag, 26. April, beginnt auf diesen Flächen die so genannte forstliche Standortserkundung durch die Fachabteilung des Landeszentrums Wald, so der Fachmann. Dabei wurden in einem vorher festgelegten Raster Flächen ausgewählt, bei denen unter anderem die Bodengüte und Grundwassertiefe festgestellt werden. Neben Spaten und Handbohrgeräten kommt dafür auch ein Bagger zum Einsatz. Sämtliche Bodengruben werden nach der Beprobung sofort wieder geschlossen.

Aus den ermittelten Daten werden abschließend Standortkarten erstellt, die dem Revierleiter sowie dem Waldbesitzer als Hilfestellung dienen sollen. Hintergrund ist, dass die vielen Waldbaumarten unterschiedliche Ansprüche an den Boden haben. So macht es zum Beispiel wenig Sinn, Eichen, die in die schweren Lehmböden der Wische gehören, auf arme Sandböden zu setzen. Die Palette zwischen diesen beiden Extremböden ist jedoch sehr breit, so dass die Erkundung des Standortes eine wichtige Grundlage für künftige Aufforstungen und die richtige Baumartenwahl darstellt. Dabei ist der Boden, neben dem Klima, der wichtigste Baustein, um optimale Zuwächse (an Höhe, Dicke und damit letztendlich Gewinn) zu erzielen. Auch wenn auf vielen Flächen momentan keine unmittelbare Aufforstungsnotwendigkeit besteht, ist auch die Lebensdauer eines Waldbaumes endlich. Die so genannte Umtriebszeit, das ist das Alter, bei dem der Waldbestand abgeholzt und neu aufgeforstet werden sollte, liegt bei der hiesigen Hauptbaumart Kiefer bei etwa 110, bei der Eiche bei 190 Jahren. Spätestens dann liefert die Standorterkundung die Grundlagen, um bei Aufforstungen den Nachfahren einen Wald zu hinterlassen, der optimal an die vorhandenen Bedingungen angepasst ist. Da die Bodenerkundung durch das Land finanziert wird, entstehen keine Kosten für die Waldbesitzer.

Für weitere Informationen oder Rückfragen stehen das Betreuungsforstamt in Arendsee sowie die zuständigen Revierleiter gern zur Verfügung.

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