Seehausen will touristisch zulegen / Gästebegleiter gesucht / Bildband druckreif

Stadtführer in neuem Licht

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Jens Rozynek ist in der Verbandsgemeinde Seehausen für Tourismus zuständig. Ingrid Jabke leitet neben der Stadtinformation auch noch die Bibliothek unter demselben Dach nahe der Wischelandhalle. Im Hintergrund ist die Pfarrkirche St. Petri zu sehen.

Seehausen. „Jede Stadt hat ihre Geschichte – erzählen Sie darüber!“ Die Hansestadt Seehausen möchte touristisch stärker punkten und sucht ehrenamtliche Stadtführer.

„Wir freuen uns auf Menschen, die sich hier gut auskennen und Spaß daran haben, ihr Wissen mit anderen Leuten zu teilen“, sagt Ingrid Jabke, die Leiterin der Touristinformation. Wer mindestens 18 Jahre alt ist und möglichst anschaulich zu reden weiß, ist im Team willkommen. Angesprochen fühlen dürfen sich auch jene, die nicht aus Seehausen kommen. Wichtig sei vor allem eins: für die Aufgabe zu brennen. Interessierte müssen nicht über alles gleich Bescheid wissen, sie werden in ihre Tätigkeit peu à peu eingeführt. Zudem existiert einiges Informationsmaterial, von dem Anfänger zehren können. Wie hoch ein möglicher Obolus für einen Stadtführer ist, darüber sei noch nicht abschließend entschieden, sagt Jabke der AZ.

Ehrenamtliche Stadtführer gibt es momentan so gut wie keine. Corina Franke hat sich vor einigen Jahren ausbilden lassen und hilft, wo sie kann. Allerdings sei sie inzwischen beruflich in der Beusteraner Kirche St. Nikolaus stark eingebunden. Und so sind es vor allem Jabke und ihr federführend für Tourismus zuständiger Kollege Jens Rozynek, die sich mit Gästen und interessierten Einheimnischen auf historische Spurensuche begeben. „An unserer Pfarrkirche St. Petri kommt natürlich niemand vorbei. Sie ist schon von Weitem zu sehen.“ Die Salzkirche mit dem Beustertor und weiteren Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, überhaupt der gesamte Stadtkern mit seinen historischen Backsteinbauten, und das Turmuhrenmuseum seien weitere wichtige Anlaufpunkte. Seehausens Nähe zur Elbe sei ein weiteres Pfund, mit der die Stadt wuchern könne. „Ein Ausflug an den Fluss ist reizvoll.“

Wie viele Touristen die Wischestadt besuchen, kann Jabke nicht sagen. Es gibt schlichtweg keine Statistik. Eine Zahl existiert dann doch: Für den Seehäuser Caravanplatz sind in diesem Jahr bislang mehr als 150 Übernachtungen gezählt worden. Diese Bilanz könne sich durchaus sehen lassen. „Wer den Platz kennt, kommt in der Regel wieder, schätzt das Grün drum herum und die Ruhe.“

Ruhe allein reiche aber nicht. „Es ist einiges in Bewegung.“ Die Verbandsgemeinde arbeitet an einer Imagebroschüre (die AZ berichtete). Ein 48-seitiger Bildband über Seehausen und Umgebung soll in wenigen Tagen mit einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt werden. „Die Leute fragen schon hartnäckig danach.“ Zudem erscheint ein Bilder-Kalender für 2015.

Wer Stadtführer in Seehausen werden möchte oder andere Fragen hat, der erreicht Jabke unter Tel. (03 93 86) 5 47 83.

Von Marco Hertzfeld

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