In der Musikmarkthalle, denn: „Schüler sind doch freie Menschen“

Stadt treibt Mensa-Projekt in Konkurrenz zu dem des Kreises voran

Reichlich Raum zur Gestaltung: Nico Schulz (l.) hat immer wieder einmal versucht, Landkreis und Schulleitung von der städtischen Musikmarkthalle zu überzeugen – bislang ohne Erfolg. Foto: Archiv/bw

Osterburg. „Mein Ziel ist eine viel intensivere Nutzung, damit es sich für die Stadt auch lohnt. “ Nico Schulz will mehr denn je die Musikmarkthalle zur Kantine und Mensa nicht zuletzt für Gymnasiasten ausbauen.

Die frühere Autowerkstatt soll weitaus mehr sein als eine bloße Veranstaltungsstätte. Für Sanierung und Ausbau des Objektes am Großen Markt stehen immerhin schon einmal Fördermittel in Höhe von annähernd 380 000 Euro zur Verfügung. Es laufen bereits Gespräche mit potenziellen Partnern. Spätestens 2016 könnten die Pläne umgesetzt werden. Damit begibt sich die Rathausspitze auch in direkte Konkurrenz zum Landkreis, der auf dem Gelände seines nahen Gymnasiums einen Multifunktionsraum schaffen will, in dem vor allem die Schulspeisung organisiert werden soll.

Das Stadtoberhaupt wirbt bereits seit einiger Zeit hartnäckig für das Vorhaben, hat sich aber immer wieder einen Korb geholt. Landkreis und Schule favorisieren einen Raum auf dem eigenen Gelände und hoffen dabei auf den großen Wurf. Soll der Anbau doch im Zuge umfassender Sanierungsarbeiten in den altehrwürdigen Gebäuden geschaffen und vor allem mit Geld aus dem Stark-III-Fördertopf des Landes bezahlt werden. Genau darin sieht Schulz seine Chance: „Wir könnten mit unserem Vorhaben schneller sein als der Landkreis mit Stark III und Fakten schaffen. Wobei ja auch noch nicht einmal raus ist, ob diese finanziellen Mittel überhaupt fließen. Und selbst wenn beide Projekte umgesetzt werden, ist es die Entscheidung der Gymnasiasten, wo sie hingehen. Schüler sind doch freie Menschen und haben die Wahl zwischen frisch gekochtem Essen bei uns und angeliefertem Essen.“ Das Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) zählt mehr als 700 Schüler, fast 200 essen dort regelmäßig zu Mittag.

Wenn Schulz die große Variante, Mensa plus Kulturbetrieb, gelingt, bräuchte es vermutlich einen Betreiber. Dass dieser sich finden ließe, scheint für den Bürgermeister zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen. Bislang finden in der Musikmarkthalle vor allem Konzerte, Lesungen und Tierschauen statt. Letztgenannte wären dort künftig nur noch möglich, wenn es bei einer einfachen Veranstaltungsstätte bliebe. „Es gibt noch eine Reihe offener Fragen“, gibt der Christdemokrat im Gespräch mit der AZ unumwunden zu. Weitere Beratungen mit möglichen Partnern sind geplant.

Schulz’ Initiative passt zum Streben, die Innenstadt weiter zu beleben und die Verwaltung dort zu konzentrieren (die AZ berichtete). Das Rathaus befindet sich nur einen Steinwurf von der Musikmarkthalle entfernt. Und vor der Halle liegen Räumlichkeiten, die bereits zum großen Teil erneuert sind und der Kommune gehören.

Von Marco Hertzfeld

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