Stadt hofft auf frühzeitigen Baustart im Biesebad / Pächterfrage noch ungeklärt / Saison beeinflusst

„Gibt noch zu viele Fragezeichen“

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Der Winterschlaf des Osterburger Biesebades soll in diesem Jahr möglichst früh enden. Wenn es die Temperaturen erlauben, starten die Umbauarbeiten. Einen langen und harten Winter können Stadt und Planer nicht gebrauchen. Die Badesaison beginnt in der Regel im Juni.

Osterburg. Osterburgs Freiluft-Wasserratten sollten Väterchen Frost unbedingt im Auge behalten.

Auch wenn es ob der mitunter fast frühlingshaft anmutenden Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen ein wenig seltsam klingen mag, Bürgermeister Nico Schulz (CDU) bangt um den optimalen Ablauf der geplanten Erneuerungsarbeiten im Biesebad: „Ich habe einfach die Befürchtung, wenn es noch lange so mild bleibt, kommt der Winter irgendwann gewaltig und bleibt sehr lang. Ähnliches haben wir ja im vergangenen Jahr erlebt. “ Bei einem langen Winter würden sich die Arbeiten auf dem Areal vermutlich bis weit in die Badesaison ziehen. Und ob sich unter diesen Voraussetzungen tatsächlich wie geplant ein privater Pächter für das Flussbad finden lässt, sei mehr als fraglich. „Aber vielleicht kommt ja auch alles ganz anders und das Wetter spielt uns in die Hände. “.

Für die Frischekur des Biesebades stehen der Einheitsgemeinde insgesamt 360 000 Euro zur Verfügung. Bei einem Teil der Summe handelt es sich um Fördergeld, das möglichst bis Ende Juni dieses Jahres investiert sein sollte. Wenngleich das Land bereits einen gewissen Spielraum signalisiert hat und eine Verlängerung der Frist erlauben würde. Dass die Bauarbeiten am Fluss 2014 allenfalls einen eingeschränkten Badebetrieb zulassen werden, scheint unabänderlich. Doch selbst wenn die gesamte Badesaison ins Wasser fallen würde, glaubt Bürgermeister Schulz, dass die Menschen dafür Verständnis hätten. „Wir haben doch hart für dieses Projekt gearbeitet.“

Das Vorhabenpaket ist recht vielfältig. Handwerker werden nicht zuletzt ein Funktionalgebäude errichten und damit das Ostern 2011 abgebrannte Reethaus ersetzen. Außerdem soll ein in die Biese hineinragendes Podest geschaffen werden. Liegebereiche werden neu gestaltet, Felder für Beachvolleyball und -fußball angelegt. Von einem attraktiveren Biesebad sollen auch die Nutzer eines Caravanplatzes profitieren, den der Bürgermeister mittel- bis langfristig dort in der Nachbarschaft eingerichtet sehen möchte (die AZ berichtete).

Das Biesebad ist eines der ältesten genutzten Flussbäder Deutschlands und vermutlich sogar das letzte erhaltene in Sachsen-Anhalt. Aus der Taufe gehoben wurde es wahrscheinlich vor annähernd 120 Jahren. Wegen des nahen Wehrs der ehemaligen Osterburger Wassermühle kann der Pegel konstant gehalten werden. Im Sommer ist das Schwimmen problemlos möglich. Zur Erinnerung: Die Stadt hatte das über die Einheitsgemeinde hinaus bekannte Freiluftbad im vergangenen Jahr notgedrungen selbst betreiben müssen. Der Förderverein der Einrichtung wollte und konnte sich nicht mehr im gewohnten Maße engagieren. Auch ein anderer Pächter fand sich auf die Schnelle nicht. Jörg Schütze, Inhaber des benachbarten Biesecafés, hat allerdings bereits sein Interesse am Biesebad für die Zeit nach den Erneuerungsarbeiten bekundet und unterstützte die Stadt beim Badebetrieb der vergangenen Saison (die AZ berichtete). Konkrete Verhandlungen für die Zukunft mit einem potenziellen Pächter hat es laut Bürgermeister noch nicht geben. Schulz zur AZ: „Gerade wegen der geplanten Arbeiten gibt es derzeit einfach noch zu viele Fragezeichen.“

Von Marco Hertzfeld

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