Schreibwerkstatt-Projekt an Arneburger Grundschule endete nach knapp einem Jahr / Karen Galster war verantwortlich

Sprachinteressierte mit viel Fantasie

Frederike aus der Klasse vier schrieb über verschwundene Rentiere und las ihre Geschichte zum Abschluss der Schreibwerkstatt vor. Das Projekt dauerte gut ein Jahr. Fotos (2): Boetzer

Arneburg. Marie und Mara verfassten Zeilen über „Drei Tomaten mitten aus dem Garten“, Kevin erinnerte an Erlebnisse zu Halloween und Frederike wussten so allerhand über „Die verschwundenen Rentiere“ – all das sind Ergebnisse einer Schreibwerkstatt, die nach knapp einem Jahr in der Grundschule Arneburg endete.

Autorin Karen Galster, die in der Elbestadt zu Hause ist, hatte den Hut auf in Sachen kreativ sein und Worte zu Papier bringen. Im Frühjahr 2011 wurde die Tür der Werkstatt für 15 Zweit- und Drittklässler geöffnet. Ein Jahr älter geworden, haben die nun Dritt- und Viertklässler nach Unterrichtsschluss in insgesamt 13 Stunden reichlich Fantasie und Wortgefühl bewiesen. Gerade den vielschichtigen Ideenreichtum lobte Karen Galster. Manchmal gab sie Themen vor, ließ die Kinder reimen oder eine Geschichte verfassen. Auch mit Zeichnungen wurden die Geschichten zusätzlich geschmückt. Als Überraschung ließ Karen Galster das Entstandene vervielfältigen, jedes Kind bekam die Arbeiten zum Abschluss ausgehändigt.

Sie staune über das, was sie von den Kindern gelesen habe, erklärte Schulleiterin Susann Schulze. Erwachsene denken oftmals viel zu kompliziert, Kinder hingegen schreiben frei von der Leber weg „einfach drauf los“. Diese Schreibwerkstatt war ein Angebot für sprachinteressierte Schüler. Dabei machten aber nicht nur Jungen und Mädchen mit, die alle eine super Note im Fach Deutsch haben. Vielmehr alljene, „die mit Spaß Schreiben wollten“. Die Rechtschreibung hatte somit nur eine Nebenrolle. Die Schreibwerkstatt konnte finanziert werden aus einem Fördertopf des Landes für den Einsatz von Experten außerhalb des Unterrichts, informierte die Schulleiterin. Ob solch ein Projekt in Zukunft nochmal möglich werde, bleibt erstmal abzuwarten. Gern würde die Lernstätte wieder auf die Hilfe von Fachleuten zurück greifen. „Vielleicht mal einen Kurs zur Nadelarbeit anbieten“, hat Susann Schulze schon Ideen.

Von Berit Boetzer

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