Stadt geht bei Kindergärten auf Nummer sicher und lässt Leiterinnen schulen

Spielregeln gegen den Wolf: Osterburgs Kitas im Blick

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Isegrim scheint weiter auf dem Vormarsch und erobert sich alte Reviere zurück.

Osterburg. „Wir müssen uns wappnen, nicht mehr und nicht weniger. “ Weil insbesondere die Königsmarker Tagesstätte ein wenig einsam nahe dem Wald liegt und der Wolf überall auf dem Vormarsch ist, will die Einheitsgemeinde Osterburg auf Nummer sicher gehen.

„Um es klar zu sagen: Niemand muss um sein Kind fürchten, doch wir wollen sozusagen ein paar Spielregeln definieren und festlegen“, sagt Bürgermeister Nico Schulz. Nicht zuletzt die Leiterinnen der Kindereinrichtungen in der Gegend werden am 2. Mai an einer Schulung im Wolfskompetenzzentrum in Iden teilnehmen. „Wir werden alle ganz genau zuhören, was bei einer Begegnung mit dem Wolf, so unwahrscheinlich eine solche aus sein mag, zu beachten ist“, sagt der Christdemokrat gegenüber der AZ.

Darüber hinaus wird sich der Sozialausschuss, der auch für Ordnungsangelegenheiten zuständig ist, mit dem Thema befassen, möglichst schon bei der nächsten Sitzung am 4. Mai. „Inwieweit wir irgendwelche Vorkehrungen treffen müssen oder nicht, wird auch von diesem und möglichen weiteren Treffen abhängen“, betont Schulz. Ob mit Vorkehrungen auch bauliche Veränderungen gemeint sein könnten, wolle und könne er noch nicht sagen. Ein vernünftiger Zaun sollte jedenfalls Usus sein.

Mitte März war im Königsmarker Ortsteil Wolterslage ein Damtier gerissen worden. Vor gut einem Jahr wurden mehr als zwei Dutzend Mufflons und Damhirsche in einem Gehege bei Walsleben gerissen. Auch außerhalb der Einheitsgemeinde mehren sich die Meldungen über Wolfsattacken oder auch nur Sichtungen. „Wir werden den Wolf nicht los. Es geht auch gar nicht um seine Ausrottung. Das Raubtier gehört allerdings in das Jagdrecht. Exemplare, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben und sich ihm allzu sehr nähern, müssen vergrämt oder eben sogar geschossen werden dürfen.“

Sinngemäß steht dies so auch in einer Resolution der CDU-Fraktion an Land und Bund, die es am Donnerstagabend knapp durch den Kreistag in Stendal schaffte. Schulz musste wegen des ebenfalls tagenden Hauptausschusses in Osterburg die Sitzung früher verlassen und fehlte bei der Abstimmung. „Ich stehe aber voll hinter dem Papier für ein verändertes Wolfsmanagement.“

Von Marco Hertzfeld

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