Osterburgs Geflügelzüchter ziehen aus mehr als 200 Küken Kandidaten für Herbst-Schau groß

„Soll sich keinen Schnupfen holen“

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Der Nachwuchs zweier Rassen wärmt sich unter der Lampe.

Osterburg. 22 Küken flitzen über das Stroh. Drei, vier Tage sind sie alt. Die meisten zieht es unter die Wärmelampe. Hugo Haverland greift vorsichtig nach einem der tierischen Wonneproppen. Die Fotozeit draußen bei gutem Licht ist begrenzt.

Hugo Haverland holt ein Küken für einige Sekunden nach draußen.

Schneegriesel, eineinhalb Wochen vor Ostern. „Es ist kalt, das Junge soll sich keinen Schnupfen holen“, knurrt der Mittachtziger. Der langjährige Vorsitzende des „Vereins für Rassegeflügel 1931 Osterburg und Umgebung“ ist Ehrenmitglied und züchtet zwei Hühnerrassen, Zwerg-Barnevelder und Orloff. Die wertvollsten Exemplare sollen es mindestens zur Vereinsschau im Herbst schaffen. Und die findet, wie nun beschlossen wurde, im Saal der Stadtverwaltung statt und nicht wie die Jahre zuvor in der Musikmarkthalle. Das Objekt ist verkauft.

Diese Eier im kleinen Apparat brauchen noch Zeit.

Das Zuchtjahr ist jung. 396 Eier sind in die große Brutmaschine gelegt worden. 208 Küken sind geschlüpft. Nicht alle waren befruchtet und nicht jedes Leben hat es auf die Welt geschafft. „Es sind mehr als 50 Prozent. Das ist ganz ordentlich und kann sich sehen lassen“, meint Haverland. Schriftführer Ronald Ibe nickt. Es gehe aber auch besser. Einige Eier befinden sich noch in einem kleinen Brutapparat. Die Gemeinschaftsanlage ist 1968 angelegt worden. Anfang der 1970er-Jahre hat sich der Verein die große, etwa mannshohe Maschine zugelegt. „Sie hält bis heute, ist ja aber naturgemäß nicht ständig im Einsatz.“

Der Verein mit Eckhard Gutowsky an der Spitze zählt um die 40 Mitglieder und will verstärkt um neue Gesichter werben. Nicht jeder organisierte Freund des Federviehs stellt das Huhn ins Rampenlicht oder lässt jede Saison Eier in der Maschine ausbrüten. Die Palette der Tiere reicht von Taube bis Ente. Vor fast 90 Jahren gegründet, gehört der Zusammenschluss zu den ältesten Vereinen in Osterburg und Umgebung. Wo die Züchter perspektivisch ihre besten Tiere der Öffentlichkeit präsentieren können, ist noch nicht abschließend geklärt. Haverland und Ibe machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube: Der Saal an der Ernst-Thälmann-Straße ist nach wie vor nicht die erste Wahl. Die Stadt hat den Großen Markt 14/15 verkauft und damit auch die Musikmarkthalle. Sie fehlt dem Verein als Ausstellungsort.

Von Marco Hertzfeld

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