Erhoffter Investor insolvent: Stadt verliert fünfstelligen Betrag

Solarpläne der Stadt Osterburg endgültig auf Eis

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Die rekultivierte Deponie liegt ungenutzt da.

Osterburg. Auf der früheren Mülldeponie zwischen Osterburg und Meseberg werden vorerst keine Fotovoltaikanlagen stehen.

Nachdem die Einheitsgemeinde vor einigen Monaten die Reißleine gezogen hat, scheint nun klar, dass der potenzielle Investor auch die ausstehende Pacht schuldig bleiben wird. Vize-Bürgermeister Detlef Kränzel rechnet nicht mehr mit einer Zahlung: „Das Unternehmen ist insolvent, da dürfte nichts mehr kommen. “ Damit geht der Kommune ein mittlerer fünfstelliger Betrag verloren. Die Stadt hatte sich Einnahmen von jährlich annähernd 12 500 Euro erhofft.

Außer Spesen nichts gewesen? So in etwa, meint Kämmerer Kränzel. „Außer dem Verwaltungsaufwand ist aber im Grunde kein großer Schaden entstanden“, gibt er sich im Gespräch mit der AZ gelassen. Momentan sei es sowieso ungemein schwierig, einen Investor für ein derartiges Projekt zu gewinnen. „Die Einspeisevergütung ist deutlich gesunken. Die Branche hat es schwer.“ Zwischenzeitlich hatte es noch einen zweiten Interessenten gegeben, doch dieser habe dann auch irgendwann abgewinkt. Der Vizebürgermeister glaubt für die nahe Zukunft an keinen privaten Investor. Und die Kommune oder auch die Energiewerke Osterburg könnten so ein Projekt nicht stemmen.

Im Frühjahr 2012 hatte der vermeintliche Investor aus Sachsen für den Bau einer Solaranlage auf dem 3,5 Hektar großen Gelände grünes Licht erhalten. Der Stadtrat brachte sogar einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg. Das Geld sollte fließen, sobald die Anlage Strom produzierte. Ein anderer Punkt im Vertrag besagte, dass ab einem bestimmten Termin Pacht fällig wird, egal, ob nun Strom fließt oder nicht. Weil das nicht passierte, kündigte die Stadt schließlich den Vertrag.

Von Marco Hertzfeld

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