Rollbrett-Pionier Paul Prange (22) setzt mehr auf die Fun-Boxen

Skateboarder monieren: Mini-Rampe missglückt

+
Der Nachwuchs in Aktion. Gerade erfahrene Skateboarder mögen die Mini-Rampe in Osterburg nicht sonderlich. Die Fun-Elemente im hinteren Teil der Anlage sind ihnen deutlich lieber.

Osterburg. Osterburgs Exklusivzone für Skateboarder lässt einige Wünsche offen. „Natürlich können wir froh sein, dass es diese Anlage überhaupt gibt.

Doch man merkt schon, dass vor dem Bau keine jungen Leute nach ihrer Meinung gefragt worden sind“, meint Paul Prange, der die Flächen an der Puschkinallee gut kennt. Der 22-Jährige gehört quasi zu den Pionieren dieser Rollbrett-Bewegung in der Ostaltmark der politischen Nachwendezeit. So richtig genutzt werden können eigentlich nur die sogenannten Funboxen. Die Mini-Rampe erscheint hingegen schon fast wie eine Fehlplanung. Die Oberfläche ist aus Metall und nicht aus Kunststoff oder anderem günstigeren Material. Hinzu kommt der lästige Sand, der vom benachbarten Spielplatz stammt. Da geraten diese Freizeitsportler recht schnell einmal ins Rutschen, Verletzungen sind damit programmiert. Allenfalls die BMX-Fahrer könnten auf der Rampe ordentlich Spaß haben.

Prange ist in Heiligenfelde aufgewachsen. Auch dort gibt es eine Skateranlage – und eine Rampe, die sich ob des Kunststoffbelages spürbar besser befahren lasse. „Wir waren am Anfang sehr wenige Leute, haben uns auch fast alles selbst beigebracht, konnten Sachen, die andere nicht konnten.“ Und ja, deshalb hätten sie sich schon ein wenig wie „Lords of the Boards“ gefühlt, in Anlehnung an einen Song der „Guano Apes“, die Boarder-Hymne schlechthin. Auch wenn momentan die Ausbildung zum Bautechniker in Magdeburg im Vordergrund steht und das Brett daheim in der Altmark steht, hat der junge Mann seine Begeisterung für diesen Sport nicht verloren. Das Alter spiele bei diesem Hobby eh keine große Rolle, es gibt Skateboarder, die sind Mitte 30 oder sogar noch älter. Für Prange haben alle beiden Anlagen, die in Osterburg und die in Heiligenfelde, ihre Daseinsberechtigung. „Eine Mischung wäre schön.“ Die Anlage in Heiligenfelde sei schon fast ein wenig zu groß und für absolute Anfänger nicht ganz so gut geeignet.

Osterburgs Rampe nachzurüsten, dafür sieht Siegfried Bartels, Mitarbeiter des Bauamtes, momentan keine Möglichkeit. Und überhaupt: Von einem solchen Makel höre er zum ersten Mal. Die Funboxen sind vor sieben, acht Jahren aufgestellt worden. Kostenpunkt: circa 60 000 Euro. Die Rampe etliche Meter weiter sei älter. Wenn es um den Skaterpark geht, sieht Bartels ein ganz anderes Problem, das der Verschmutzung. „Doch darüber reden wir ja alle schon länger.“

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare