Verein startet Aktionswoche und schiebt Militärtechnik in Hintergrund / Gänzlich neuer HO-Hofladen bereichert Areal

Sirup für alle: Blaulichtmuseum rüstet ab

Während Christian von Hagen den Steuerknüppel bedient, sorgen Helfer dafür, dass die Schaufel nicht zur Seite ausbricht. Diesen und einen weiteren Raupendrehkran hat der Verein vor der Verschrottung bewahrt. Sie waren früher im Wittenberger Hafen im Einsatz.

Beuster. „Für uns geht es ein Stück weit zurück zu den Wurzeln“, sagt Christian von Hagen. Bei der am Wochenende gestarteten großen Museumswoche in Beuster wird deutlich weniger Militärtechnik in Szene gesetzt als in den Jahren zuvor.

Die Ursprünge des Vereins liegen, wie der Name Blaulichtmuseum bereits erahnen lässt, in Brandschutz, Polizei und Rettungswesen. „Mit diesem Hobby, mit dieser Leidenschaft und dem Sammeln entsprechender Osttechnik hat alles einmal begonnen“, weiß der 24-jährige Sohn des Vorsitzenden, Ralf von Hagen. Selbst bei der Fahrzeugparade bleibt das Militär so gut wie außen vor. Dass dies auch mit einer zumindest gefühlten Zunahme kriegerischer Konflikte in der Welt zutun hat, gibt der junge Mann unumwunden zu. „Wobei wir ja sowieso noch nie irgendetwas verherrlicht haben. “.

Robert Reck (parteilos), Bürgermeister der Einheitsgemeinde Seehausen, zu der Beuster gehört, begrüßt die Entscheidung. „Man kann zum Militär stehen, wie man will. Angesicht der vielen politischen Unruhen möglichst sensibel an das Thema heranzugehen, kann aber nicht falsch sein.“ Das Blaulichtmuseum habe eine „beachtliche überregionale Strahlkraft“ und ziehe nicht zuletzt auch Besucher aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an.

„Wir leben hier nahe der Grenze zur Prignitz. Dass es dem Verein immer wieder aufs Neue gelingt, Menschen zusammenzuführen, bewundere ich“, sagt das Gemeindeoberhaupt und gehört wenig später zu den ersten Besuchern des gänzlich neu eröffneten„HO“fladens.

Die Großbuchstaben stehen für Handelsorganisation, ein staatlich geführtes Unternehmen in der DDR. „Wir haben ja bereits einen Konsum, uns fehlte noch die HO, nun ist beides da“, sagt Christina Rozansky, die den Laden federführend betreibt. In der Museumswoche soll Holunder die Kasse klingeln lassen. Es gibt Liköre, Sirup, Gelee und anderes mehr. Der Erlös kommt dem Verein zugute. Wer sich noch während der Museumswoche auf dem Gelände umschauen will, hat dazu bis Sonntag, 26. Juli, jeweils zwischen 10 und 18 Uhr die Gelegenheit. Der Verein setzt auch verstärkt auf historische Industrietechnik. Unter anderem sind zwei Hafen-Raupendrehkräne zu sehen.

Von Marco Hertzfeld

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