Sahara-Sommer: Osterburger Bauunternehmen spüren Folgen der Hitze bei der täglichen Arbeit

„Sind nicht so leistungsfähig“

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Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt der Landesstraße L 14 in Düsedau werden sich durch die aktuelle Extremwetterlage nicht weiter verzögern, beteuert der in Stendal ansässige Regionalbereich Nord der zuständigen Landesstraßenbaubehörde.

Osterburg. Neben der Landwirtschaft hat auch die Baubranche unter der wochenlangen, extremen Sommerhitze zu leiden. Laut Sachsen-Anhalts Landes-Baugewerbeverband kommt es aufgrund der Hitze teilweise bereits zu Verzögerungen bei Bauprojekten.

Viele Unternehmen aus Osterburg und Umgebung reagieren ähnlich und kommen ihren Mitarbeitern bei der Arbeitszeitgestaltung entgegen, um der größten Hitze zu entgehen.

„Wir fangen statt um 7 Uhr schon um 6 Uhr an und beenden den Arbeitstag um 14 Uhr“, sagt Otto Thomas, Inhaber der gleichnamigen Dachdeckerei. Jeder seiner Angestellten arbeite somit etwa fünf Stunden weniger in der Woche. „Es ist nicht nur die geringe Zahl an Arbeitsstunden, die zu Verzögerungen führen kann. Logischerweise ist jeder Einzelne unter diesen Bedingungen nicht so leistungsfähig, wie er es unter Normalbedingungen wäre“, führt Thomas aus, der bislang von seinen Kunden keine negativen Rückmeldungen erhalten hat. „Die Leute haben bis jetzt ausnahmslos Verständnis dafür, wenn es mal etwas länger dauert.“

Tiefbauunternehmer Siegfried Nadolle sieht das Thema pragmatisch. „Wir können am Wetter sowieso nichts ändern und müssen uns damit arrangieren“. Seinen Arbeitern gibt es die Maxime „Wasser, Wasser, Wasser!“ auf den Weg, womit gemeint ist, dass die Bauleute viel trinken sollen.

Zwar würde Nadolles Belegschaft teilweise aufgrund starken Erschöpfung während der Arbeit etwas früher Feierabend machen, doch größere Verzögerungen seien dem Firmenchef nicht bekannt. „Wir versuchen trotzdem, unsere Termine zu halten“. Nadolle glaubt, dass Wetterextreme in Zukunft zunehmen würden. „Und das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, glaubt er.

Auf einer der momentan größten Baustellen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Osterburg seien bis jetzt noch keine negativen Folgen abzusehen. Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 14 in Düsedau (AZ berichtete) verzögere nicht wegen der Hitze, sondern wegen Lieferengpässen für Bauelementen bis voraussichtlich Mitte September. Weitere, durch die Hitze beeinträchtigten Verzögerungen seien derzeit nicht bekannt, wie der Regionalbereich Nord der Landesstraßenbaubehörde der AZ auf Nachfrage erklärt hat.

Somit hielten sich die Auswirkungen des Sahara-Sommers noch in Grenzen, auch wenn die Bedingungen für Beschäftigte, die teils in praller Sonne arbeiteten, extrem seien. Von Materialermüdungen oder Schwierigkeiten, manche Arbeiten nicht mehr exakt ausführen zu können, sei trotz der Unwägbarkeiten derzeit noch nichts bekannt.

Von Tobias Henke

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