Öffentliche Toiletten in Osterburg fehlen / Marktprojekt nahe Wallpromenade soll WC bringen

Senioren machen der Stadt Druck

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Selbst das Fallrohr für Regenwasser der Bahnhofstoilette ist ohne Anschluss.

Osterburg. „Und wenn man dann noch eine Wassertablette genommen hat und der Drang wächst . . . “ In Osterburg fehlen öffentliche Toiletten. Das hat Bürgermeister Nico Schulz nun auch von Senioren ins Aufgabenheft geschrieben bekommen.

„Weit und breit kein stilles Örtchen“, beschwert sich eine Dame. „Das ist auch ein Problem für Gäste der Stadt“, meint ein älterer Herr. Und in der Tat: Nach wie vor läuft es nicht so richtig in der Biesestadt. Der Christdemokrat will sich kümmern und verweist auf Pläne für einen neuen Standort des Wochenmarktes zwischen Lindenstraßen-Parkplatz und Wallpromenade, der auch eine öffentliche Toilette umfassen werde. Ob es damit allein getan sein kann, muss sich erst noch zeigen.

Da hilft kein Ziehen, da hilft kein Drücken. Wer das Toilettenhäuschen am Bahnhof, die einzige Örtlichkeit dieser Art in der Biesestadt, nutzen möchte, steht vor verschlossener Tür. Das Objekt ist genauso ausrangiert wie das Bahnhofsgebäude daneben. Die Stadt könne sich die öffentliche Toilette dort einfach nicht leisten, zumal der Bedarf an dieser Stelle auch nicht sonderlich groß sei, hat der Bürgermeister schon einmal vor Jahren argumentiert. Ein Grund für das Minusgeschäft sollen auch die häufigen mutwilligen Zerstörungen der Toiletten gewesen sein. Hinzu kamen Farbschmierereien innen und außen. Das Häuschen gehört der Kommune und wurde zuletzt vor allem von einem Kioskbetreiber gleich nebenan bewirtschaftet. Mehr oder weniger mit dessen unternehmerischem Aus wurde auch die Sanitäranlage geschlossen.

In einer großen Drogerie in der Stadtpassage am August-Hilliges-Platz soll eine öffentliche Toilette eingerichtet worden sein, allerdings sei sie nur ein paar Wochen offen gewesen. Aufwand und Kosten dürften dem Unternehmen zu groß geworden sein, auch weil sich Nutzer zusätzlich allzu großzügig an Papier und anderen Utensilien bedient hätten, vermuten Senioren. Schulz hat sich die Bedenken bei der Volkssolidarität angehört und noch auf eines verwiesen: In Rathaus und anderen kommunalen Gebäuden stehen Toiletten für den Fall der Fälle zur Verfügung. Und auch einige Gastronomen öffnen ihr WC. Wer kein Gast sei, müsse bei der Nutzung womöglich einen kleinen Obolus zahlen.

Von Marco Hertzfeld

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