Ärger um Hundehaufen / Frank: Behälter haben sich nicht bewährt

Selbst ist das Herrchen: Keine Gratistüte für Bello

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Die Stadt Offenbach fährt gegen Hundekot speziell ausgestattete Roller auf. Die unappetitlichen Haufen werden einfach aufgesaugt. In Osterburg setzen Stadtreinigung und private Haushalte auf die klassische Kehrtechnik – oder lassen der Zersetzung ihren Lauf.

Osterburg. In der Biesestadt wird es in absehbarer Zeit keine Behälter mit Tüten für Hundehaufen geben. „Die Tiere müssen irgendwo ihr Geschäft machen, sicherlich, aber doch nicht mitten auf dem Weg“, empört sich eine Osterburgerin.

Einige Stellen in der Stadt seien regelrecht mit Kot übersät. „Auf der Wallpromenade ist es besonders schlimm aus. Das stinkt zum Himmel. Wo man auch hinschaut, überall liegen diese Haufen. Und nur einmal nicht aufgepasst, hängt das Zeug auch schon unter der Sohle“, schimpft die Biesestädterin am AZ-Telefon. Betroffen seien oft nicht zuletzt auch die nördliche Breite Straße, die Puschkinallee und die Bahnhofstraße. Ihren Namen möchte die Rentnerin in der Zeitung nicht lesen. Vor einiger Zeit seien ihr Mann und sie schon einmal mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. „Und danach wurden wir einfach als Hundehasser beschimpft. “.

Matthias Frank, Leiter des Ordnungsamtes, macht es sich nicht einfach und weiß um das Problem. „Die Rechtslage ist eigentlich ganz klar. Wer mit einem Hund unterwegs ist, muss den Kot aufnehmen.“ Streng genommen handele es sich sogar um Sonderabfall, der über die Restmülltonne entsorgt werden müsse. „Wir sind aber schon froh, wenn der Hundedreck in einem öffentlichen Papierkorb landet und nicht auf der Straße liegen bleibt, wenngleich er darin eben eigentlich auch nichts zu suchen hat.“ Spezielle Hundewiesen oder auch sogenannte Hundetoiletten gibt es in Osterburg nicht. „Es gab einmal Behälter in der Stadt, doch sie haben sich nicht bewährt. Die Tüten wurden oft einfach von irgendwelchen Leuten komplett rausgerissen und umhergeschmissen.“

Allein für die Kernstadt der Einheitsgemeinde Osterburg sind schon circa 430 Hunde registriert. Die Besitzer zahlen Hundesteuer. Hinzu kommen jene Tiere, die nicht ordnungsgemäß angemeldet sind. Sie alle im Auge zu behalten, ist schier unmöglich, sie unter Generalverdacht zu stellen, nicht gewollt. „Wir kennen aber unsere Pappenheimer“, so der Ordnungsamtschef. Ein Kollege im Außendienst hält die Augen offen, ermahnt gegebenenfalls, eine Strafe droht nicht.

Frank fallen auf die Schnelle keine Straßen oder Wege ein, die im größeren Maße betroffen sind. Der Bereich aus Schotter vor der Nicolaikirche sei sicherlich ein beliebter Stopp beim Gassigehen, wovon auch zahlreiche kleine und große Haufen zeugten. „Doch ansonsten sehe ich momentan keinen besonderen Schwerpunkt in der Stadt. Wir sind natürlich über jeden Hinweis dankbar.“

Von Marco Hertzfeld

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