Einstiegshilfen für Wassersportler sind für die Kommunen zu teuer

Osterburger Tourismusprojekt vorerst geplatzt

Eine Abordnung der Stadt machte 2016 eine Tour mit dem Kanu
+
Neue Einstiegshilfen für Kanuten an Biese und Aland wird es vorerst nicht geben. Laut Bauamtsleiter Matthias Köberle (2.v.r.) sind die Kosten für das Vorhaben zu stark gestiegen.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
    schließen

In der Sitzung des Osterburger Finanzausschusses am Dienstagabend ging es unter anderem um geplante Investitionen in diesem und im kommenden Jahr. Stadtkämmerer Detlef Kränzel informierte bei der Zusammenkunft darüber, dass zwei geplante Einstiegshilfen für Kanusportler entlang Biese und Aland nicht gebaut werden können. Die Pläne liegen auf Eis.

Osterburg - „Die Kosten für die Einstiegshilfen hätten sich auf knapp über 100000 Euro belaufen. Das ist für die Stadt nicht zu finanzieren“, so Kränzel.

Das Vorhaben ist mit der Verbandsgemeinde Seehausen abgestimmt, da es sich um ein Gemeinschaftsprojekt beider Städte handelt, auch in Seehausen sollten zwei Einstiegshilfen entstehen. „Die Ausschreibung ist aufgehoben“, informierte Kränzel. „Ursprünglich waren in beiden Städten zusammen mal 16 Einstiegshilfen geplant, sagt Bauamtsleiter Matthias Köberle gegenüber der AZ auf Anfrage. Daher hatte man sich im vergangenen Jahr darauf verständigt, jeweils nur zwei Einstiegshilfen zu bauen (die AZ berichtete). Und dennoch hätte auch die abgespeckte Variante nun fast genauso viel gekostet wie für die ursprünglichen Pläne veranschlagt wurde. „Woran die Kostenexplosion liegt, kann ich Ihnen nicht sagen“, so der biesestädtische Bauamtsleiter. Es könne unter anderem an den in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Materialkosten liegen. „Wir haben allerdings keinen Vergleich zu vergleichbaren Projekten und hatten für den Bau der Einstiegshilfen nur ein Angebot.“ Bereits im Jahr 2016 waren die Pläne entstanden, den Wassertourismus mit dem Gemeinschaftsprojekt in der Region zu fördern.

Gänzlich vom Tisch ist das Vorhaben nicht, doch um die Pläne zu realisieren, müssen die beiden Städte mehr oder weniger bei null wieder einsteigen. „Wir müssen uns hier von der Leader-Förderung lösen und nach einem Programm suchen, das uns eine höhere Förderung ermöglicht“, so Köberle zur aktuellen Ausgangslage. Leader-Förderungen, mit denen der ländliche Raum europaweit gestärkt werden soll, betragen immer 75 Prozent. Wobei die tatsächliche Förderhöhe der effektiven Kosten oftmals unterhalb dieser Grenze liegt, da Planungskosten häufig nicht gefördert werden, wie Köberle gegenüber der AZ erläutert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare