ALS-Geschäftsführer schildert Herausforderungen 

„Die Biotonne war nie kostenlos“

Hedrik Galster ist geschäftsführer der ALS. Er bezog Stellung zum Thema Umstellung bei der Biotonne
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ALS-Geschäftsführer Hendrik Galster (l.) schilderte aus Sicht des Abfallentsorgers die Herausforderungen, die mit der Einführung der kostenpflichtigen Tonne verbunden waren. Auch Stefan Feder nahm an dem Gespräch teil.
  • Tobias Henke
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Osterburg – Seit Anfang des Jahres sind Biotonnen gebührenpflichtig. Über die Herausforderungen aus Sicht der in Osterburg ansässigen landkreiseigenen ALS-Dienstleistungsgesellschaft hat die AZ mit Geschäftsführer Hendrik Galster, Annett Schröder, Teamleiterin im ALS-Kundenservice, sowie Stefan Feder, Leiter des Umweltamtes des Landkreises Stendal, gesprochen. Schröder hat hierbei auch Stellung zu einem AZ-Bericht aus der vergangenen Woche genommen.

„Die Biotonne war nie kostenlos“, betont Galster, wie schon mehrfach in der Vergangenheit (die AZ berichtete). Die Kosten hierfür seien auf andere Bereiche umgelegt worden, insbesondere auf die Restmülltonne. „Die neue Regelung ist transparenter und gerechter“, ist Galster überzeugt, dass man auf diese Weise eher dem Verursacherprinzip gerecht werden kann. Ein Lob hat der Geschäftsführer für die Disziplin, mit der Müll in die richtigen Tonnen sortiert würde. „Verstöße stellen wir nur sehr wenige fest“, so Galster mit Blick auf die Mülltrennung. Die Umstellung zum Jahresbeginn sei organisatorisch und logistisch eine Herausforderung gewesen. Nicht nur bei den Kosten hat sich etwas geändert, auch die Abrechnung erfolgt nun über die Eigentümer und nicht mehr über Mieter. Ganz praktisch bedeutet dies, dass über die Eigentümer abgerechnet wird und dieser die Kosten dann auf die Mieter umlegt.

Laut Galster ist das Aufkommen an Biomüll im Landkreis deutlich gesunken. „Natürlich guckt jeder, wo er sparen kann, und stellt eine halb leere Tonne eher nicht an die Straße.“

In der vergangenen Woche hatte Lars Seibicke, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Osterburg, gegenüber der AZ die Sorge geäußert, dass sechs Tonnen in Osterburg und 20 in Goldbeck, die bereits abbestellt wurden, weiterhin Kosten verursachen würden. Es sei ihm nicht bekannt, ob die Gebühren weiterhin berechnet würden. Wir sind hierzu in guten gesprächen“, informiert Schröder. Auch seien die betreffenden Tonnen in Osterburg inzwischen weggeräumt worden.

Diese Darstellung bestätigt Seibicke, äußert jedoch eine Vermutung. „Die sechs Tonnen wurden am Montag abgeholt“. Seibicke glaubt, dass dies eine unmittelbare Reaktion auf die Berichterstattung in der AZ war. „Wegen der 20 Tonnen in Goldbeck sind wir in einem guten Austausch.“ Die Kommunikation mit der ALS funktioniere inzwischen sehr gut. Zu der Tatsache, dass im Landkreis Stendal eine neue Abfallgebührensatzung rückwirkend in Kraft trat (AZ berichtete) äußerte sich Amtsleiter Feder: „Wie bekannt ist, hat ein Gericht unsere alte Satzung für rechtswidrig erklärt. Demzufolge mussten wir schnell handeln.“ Es sei auch nichts Ungewöhnliches, dass in solchen Fällen die Satzung dann rückwirkend beschlossen werde.

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