„Wir sind sehr unzufrieden“

Schwierige Parksituation vor der Post in Osterburg sorgt weiter für Unmut unter der Kundschaft

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Aufgrund der engen Straße gibt es vor der Post in Osterburg ein Parkverbot. Jedoch ist es laut Osterburger Ordnungsamt dennoch erlaubt, Pakete ein- und auszuladen, wenn klar ersichtlich ist, dass dies passiert.

Osterburg. „Die Straßen sind einfach nicht breit genug“, bringt Osterburgs Ordnungsamtsleiter Matthias Frank die Situation auf den Punkt. Aus diesem Grund ist es Autofahrern nicht erlaubt, vor der Post zu parken. Ein kurzer Halt sei dagegen möglich, lässt Frank wissen.

„Wenn ersichtlich ist, dass jemand mit Be- und Entladung beschäftigt ist, dann darf er dort auch länger stehen“, führt er aus. Bei einem Umzug sei dies sogar mehrere Stunden möglich. Die gesetzliche Regel besagt, dass ein längerer Halt als drei Minuten als Parken gilt. Einen Spielraum, den Zeitraum auszudehnen, hat die Stadt nicht. Der Amtsleiter sieht vor allem zu Stoßzeiten ein Problem. „Zur Feierabendzeit halten bei der Post auch schon mal vier oder fünf Autos, was dazu führt, dass der fließende Verkehr unterbrochen wird und die Autos warten müssen, bis aus der Gegenrichtung niemand kommt“, nennt er einen Grund, warum ein Parken vor der Post nicht möglich ist.

Marion Kracheel und Sigrid Pierau, die die kleine Postfiliale betreiben, fürchten um ihre Kundschaft. „Die Stadt schneidet sich doch ins eigene Fleisch, wenn hier Kunden vergrault werden“, sagt Kracheel. Schließlich richte sich die Summe, die sie an die Stadt zahlen, danach, was eingenommen wird. Ihre Kollegin pflichtet ihr bei. „Es ist ein großes Problem, dass Kunden schon vor Betreten des Geschäfts durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes aufgefordert werden, mit ihren Paketen woanders hinzufahren“, sagt Pierau, die sich ein praxisnäheres Vorgehen des Ordnungsamtes wünscht. „Wir sind sehr unzufrieden mit der jetzigen Situation“.

Eine der Kundinnen, die inzwischen so verärgert ist, dass sie die Post wechselt, ist Annett Schröder, die einen kleinen Onlineshop betreibt. „Ich habe oft mehrere Dutzend Pakete. Es kann doch nicht sein, dass dann mit der Stoppuhr kontrolliert wird, wie lange ich dort stehe, wenn doch offensichtlich ist, was ich mache.“ Ihr wurde durch einen Mitarbeiter vom Ordnungsamt, der die Knöllchen verteilt, geraten, erst alle Pakete auszuladen und das Auto dann woanders hinzufahren. „Das ist unpraktikabel“, meint Schröder, nicht zuletzt aus Sorge um mögliche Diebstähle. Sie hat sich dazu entschieden, künftig die Post in Goldbeck für ihre Geschäfte zu nutzen, auch wenn sie bedauert, „nicht mehr die schöne kleine Post in Osterburg anzufahren“. Diese Umsatzeinbußen für die Osterburger Post sind einzig und allein der schlechten Parksituation geschuldet.

Von Tobias Henke

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