Brückenbau womöglich sogar erst 2020 / Stadt: Hätten Projekt nicht aus der Hand geben dürfen

„Schwiegervater“ braucht länger

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Die alte Schwiegervaterbrücke ist längst abgerissen, die neue lässt auf sich warten.

Osterburg. So mancher Bürger soll ja schon spotten und Wetten darüber abschließen, was am längsten auf sich warten lässt: die Altmark-Autobahn oder vielleicht doch die nicht zuletzt für Ausflügler so wichtige Schwiegervaterbrücke über die Biese.

Nico Schulz schließt mittlerweile selbst einen Baustart erst im Jahre 2020 nicht mehr aus. Im Oktober 2008 hatte die Stadtverwaltung den maroden Übergang sperren und einige Zeit später abreißen lassen. Der Bürgermeister zeigt sich nach einem Gespräch mit der Stendaler Landesstraßenbaubehörde trotz allem zuversichtlich: „Die Planungen könnten 2018 beginnen und bis 2019 gehen. Vielleicht können die Arbeiten noch 2019 starten, spätestens dann aber 2020. “.

Sollte, hätte, könnte, würde: Osterburgs Senioren trauen, wie womöglich andere auch, dem Braten nicht so recht und haben dem Oberhaupt der Einheitsgemeinde bei einer Veranstaltung den Brückenbau dick ins Aufgabenheft geschrieben. Der Christdemokrat redet auch nicht lange um den heißen Brei herum: „Es ist ein großes Ärgernis, dass es derart lange dauert. Zumal es sich hier um eine wichtige Verbindung handelt.“ Allerdings: Das Prozedere sei noch zu Zeiten seines Vorgängers Hartmuth Raden vereinbart worden. „Das Land wollte und will einen Straßen begleitenden Radweg bauen und der Ersatzneubau soll Bestandteil dieses Weges entlang der B 189 werden“, erinnert Schulz. Offene Grundstücksfragen hätten die Umsetzung bislang verhindert. „Diese Probleme sollen nun gelöst worden sein, was uns natürlich freut. Hätte man allerdings damals gewusst, wie lange sich alles hinzieht, hätte die Stadt das Projekt sicherlich nicht aus der Hand gegeben.“

Inwieweit Osterburgs neue Schwiegervaterbrücke am alten Standort errichtet wird oder wegen komplizierter Bodenrechte einige Meter weiter östlich, muss sich zeigen (die AZ berichtete). Und wer es nicht weiß: Wenige Hundert Meter weiter südlich steht die Schwiegermutterbrücke. Sie trägt diesen Namen, weil ein Bürgermeister im alten Osterburg der Legende nach eine Überführung an dieser Stelle hat bauen lassen, um schneller zu seiner Frau zu gelangen. Der Name des zweiten Übergangs erklärt sich damit schon fast von selbst. Wo eine Schwiegermutter ist, kann der Schwiegervater ja nicht weit sein.

Von Marco Hertzfeld

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